IG- Milch gegen Exporterstattung bei Milch

Die IG- Milch teilt in ihrer Presseerklärung vom 2.02.2009 mit, dass sie die flexible Milchmengensteuerung für das wichtigste Projekt zum Überleben von zigtausenden Milcherzeugerbetrieben in Europa und die Voraussetzung für Lebensmittelsicherheit und Ernährungssouveränität sieht. Dies unterstreichen Obmann Grünzweil und sein Stellvertreter Halbmayr auch in einem Brief vom 1.02.2009 an BM Berlakovich und KammerpräsidentWlodkowski.
IG- Milch Aktion in Wien
IG- Milch Aktion in Wien
Laut IG- Milch hätte die positive Stimmung Anfang 2008 genutzt werden sollen, um die politischen und organisatorischen Weichen für eine dauerhafte Absicherung der österreichischen Milcherzeuger, noch vor den entscheidenden Beschlüssen der EU-Agrarminister im November, zu stellen. „Aus unserer Sicht ist es leichter, einen guten Preis mit guten Argumenten und marktkonformer Steuerung zu halten, als einen zerstörten Markt wieder nach oben zu bringen“, so die IG- Milch in ihrer Presseerklärung.

Unsachliche Teuerungsdiskussion
Die EU- Agrarministerbeschlüsse zur neuen Milchmarktordnung, sowie der Preisverfall im Milchsektor, lassen die IG- Milch auf ein Versagen der heimischen Politik schließen.
Die IG- Milch sieht die Fehler vor allem in einer „völlig falsch und unsachlich geführten Teuerungsdiskussion“, die zu einem Konsumrückgang geführt habe. „Es war eine absolut falsche Entscheidung der EU- Kommission, die Milchquote um 2 Prozent und mehr zu erhöhen, wobei der dadurch ausgelöste Preisdruck, gemeinsam mit extrem gestiegenen Produktionskosten zu einem wirtschaftlichem Desaster für die österreichischen MilchproduzentInnen führt“, so Ewald Grünzweil. Weiters weist die IG- Milch auf die Marktzerstörung in den Entwicklungsländern durch die „Wiedereinführung der gesellschaftlich geächteten Exporterstattungen“ der EU hin.

Faire Preise und Mengensteuerung wichtiger denn je
Laut IG- Milch greift „die geplante Milchkuhprämie (50 – 100 € pro Milchkuh) hier viel zu kurz und ist ein Schritt in die falsche Richtung.“
Sie sieht, laut ihrem Brief an den BM, die richtigen Maßnahmen in der „Abschaffung bzw. Einschränkung der Saldierungsmöglichkeiten und damit verbunden das Parken der 2%igen Quotenerhöhung in der nationalen Reserve, der Einführung einer Umlage zur Feinsteuerung des Milchmarktes, der Anpassung des Umrechnungsfaktors auf 1,03“, und vor allem in der „Gründung einer nationalen Milcherzeugerorganisation zur Durchführung einer flexiblen Mengensteuerung“.


Autor:
Aktualisiert am: 04.02.2009 09:40
Landwirt.com Händler Landwirt.com User