Hundekot im Grundfutter – eine Gefahr für Rinder?

Insbesondere Futterflächen neben stark frequentierten Spazierwegen können mit Hundekot belastet werden. Kann Hundekot, welcher mit Krankheitserregern infiziert ist, Krankheiten beim Rind auslösen? Ist der eigene Hofhund oder der Nachbarhund in punkto Krankheitsübertragung unbedenklich oder ist auch hier eine Infektionsquelle zu suchen?
Hunde sollten ihr Geschäft nicht in der Wiese verrichten dürfen!
Hunde sollten ihr Geschäft nicht in der Wiese verrichten dürfen!
Der Erreger „Neospora caninum“ ist Verursacher der der Infektionskrankheit bei Haus- und Nutztieren Neosporose. Beim Rind ist Neosporose die weltweit am häufigsten nachgewiesene infektiöse Abortursache. Hunde stellen den Endwirt des Erregers dar. Von infizierten Hunden wird N. caninum massenhaft mit dem Kot ausgeschieden. Infizierte Hunde erkranken in der Regel nicht. Inwieweit auch Füchse und andere Fleischfresser im Infektionskreislauf eine Rolle spielen, ist derzeit nicht bekannt. Wenige Tage nach der Ausscheidung verwandeln sich die Oozysten des Erregers in ihr infektiöses Dauerstadium. Auf Weiden können diese bis zu 2 Jahre lang überleben und infektiös bleiben. Rinder, aber auch Schafe Ziegen, Pferde und Wildtiere infizieren sich durch Aufnahme von erregerhaltigem Material (Futter, Wasser).

Fazit für die Praxis
Gegen die Verschmutzung des Grundfutters mit Hundekot hat der Landwirt in den meisten Fällen keine rechtliche Handhabe und kann deswegen nur an die Vernunft und Einsicht der Hundehalter appellieren. Hunde müssen auf öffentlichen Spazierwegen angeleint geführt werden und sollten keinen Zutritt zu landwirtschaftlich genutzten Flächen haben. Die Anbringung von Hinweisschildern (zB Haltet meine Wiese rein!) an Grünlandflächen ist ratsam, wenn diese an stark frequentierte Spazierwege grenzen. Der Hundehalter bezahlt jährlich seine Hundesteuer, er bekommt dafür aber keinen Freibrief, dass sein Hund öffentliche oder private Flächen verschmutzen darf. Wenn der Hund dennoch in der Wiese oder Weide abkotet, sollte der Kot vom Hundebesitzer mit einem entsprechenden Plastikbeutel sofort entfernt werden. Streunende Hunde stellen als Überträger von parasitären Infektionen generell ein großes Risiko dar, weil sie sich überall Zutritt verschaffen und in ihrem Wirkungskreis unkontrolliert Infektionen streuen können. Die tierärztliche Untersuchung und regelmäßige Behandlung (fachgerechte Entwurmung) des Hofhundes ist eine wichtige Maßnahme, um hofinterne Infektionsketten zu unterbrechen.

Landwirt-Tipp:
Informationen im Internet: http://www.ris.bka.gv.at/ (unter dem Begriff Landesrecht – Suchbegriff „Hunde“)

Haben auch Sie Erfahrungen mit Hundekot im Grünland? Diskutieren Sie mit auf www.landwirt.com/Forum

Autoren: Ing. Reinhard RESCH und Dr. Johann GASTEINER, LFZ Raumberg-Gumpenstein


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Aktualisiert am: 21.03.2008 11:40