Hormonstreit: EU und USA kommen sich näher

Seit Jahren schwelt zwischen der EU und den USA ein Streit wegen des mit Hormonen gemästeten US-Rindfleischs. Bislang verweigerte die EU aus Gründen des Verbraucherschutzes den Import, im Gegenzug belegten die USA europaische Waren mit Strafzöllen. Nun gibt es eine, allerdings umstrittene "Zwischenlösung" des Konflikts.
Im Handelsstreit rund um das unter Hormoneinsatz gemästete US-Beef gibt es für die kommenden 4 Jahre eine Zwischenlösung:

USA-Hormonbeef darf weiterhin nicht nach Europa, herkömmliches Beef allerdings in größeren Mengen.
USA-Hormonbeef darf weiterhin nicht nach Europa, herkömmliches Beef allerdings in größeren Mengen.
Das Importverbot für Hormonobeef bleibt bestehen. Für herkömmliches Beef aus den USA und Kanada wird aber der Markt in Europa geöffnet bzw. erhöht , und zwar für drei Jahre um 20 000 t und im vierten Jahr um 45 000 t. Im Gegenzug verzichten die USA auf 68% der Strafzölle, die sie auf EU-Waren verhängt haben.

Diese Lösung ist in Europa allerdings umstritten. Länder wie Frankreich, Irland und Italien kritisieren die zusätzlichen Einfuhrkontingente und meinen, dass es ja nicht Schule machen dürfe, die hohen EU-Konsumentenschutzmaßnahmen mit Handelszugeständnissen aufzuweichen. Auch Copa und Cogeca, die representativen Vertretungen von 30 Mio. EU -Landwirten sind unzufrieden mit der vorläufigen Vereinbarung. Generalsekretär Pekka Pesonen dazu: Für die EU-Landwirte, die in einem von der Wirtschaftskrise getroffenen Markt ohnehin schon hart zu kämpfen hätten, bedeute der zusätzliche Import einen neuen Schlag ins Gesicht. Pesonen kritisierte auch die finanziellen Auswirkungen der Einigung, wonach die EU den USA einen Marktzugang im Wert von 400 Millionen Euro einräume, wohingegen sie selbst weiterhin über 110 Millionen an Sanktionen bezahlen müsse.

Ein Sprecher von Kommissarin Fischer Boel wies die Kritik zurück, wonach die zusätzlichen Importe den EU-Markt belasten würden.


Aktualisiert am: 26.05.2009 10:20
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