Holsteins aus Deutschland sehr beliebt

Holsteinrinder aus Deutschland sind im Ausland wieder sehr gefragt. Laut Angaben des Deutschen Holstein Verbandes (DHV) wurden im vergangen Kalenderjahr insgesamt 79.228 in Deutschland aufgewachsene Zuchttiere dieser Rasse außerhalb der Bundesrepublik vermarktet, was gegenüber der Menge von 2009 ein Plus von 9 000 Tieren beziehungsweise 12,6% bedeutete.
Holsteinrinder aus Deutschland sind derzeit vor allem in Drittländern beliebt.
Holsteinrinder aus Deutschland sind derzeit vor allem in Drittländern beliebt.
Im Jahr 2009 war die Ausfuhr um 23.200 Tiere gestiegen, nachdem der Export von Rindern aufgrund der Beschränkungen rund um die Blauzungenkrankheit im Jahr 2008 stark gesunken war. Der DHV sprach mit Blick auf 2010 von einem der besten Exportergebnisse der letzten zehn Jahre, das die große Zufriedenheit der ausländischen Kunden mit deutschen Zuchtrindern unterstreiche.

Meiste Exporte in Drittländer
Im Einzelnen wurden im vorigen Jahr dem Verband zufolge 75.054 Schwarzbunte und 4 174 Rotbunte in insgesamt 34 Länder exportiert. Der Drittlandsanteil erhöhte sich auf 58,1 %. Die wichtigsten Abnehmerländer waren hier mit Marokko, Algerien, dem Libanon und Ägypten in Nordafrika zu finden. Auf die südlichen EU-Mitgliedstaaten Griechenland, Italien, Portugal und Spanien entfielen zusammen gut ein Viertel aller von Deutschland exportierten Holsteinrinder. Der Anteil der EU-Ost belief sich 2010 auf 9,6%, der der EU-Mitte auf 6,8%.

Sommerpause ausgefallen
Die positive Entwicklung im Jahr 2010 war nach Darstellung des Verbandes durch eine über alle Monate kontinuierlich verteilte Nachfrage gekennzeichnet. Die in der Vergangenheit häufig zu beobachtende „Sommerpause“ im Drittlandsgeschäft sei im vergangenen Jahr ausgefallen, vor allem aufgrund der guten Witterungsverhältnisse in Nordafrika und aufgrund neu erschlossener Märkte wie beispielsweise Ägypten. Zusätzlich seien von altbekannten Wirtschaftspartnern wie Algerien seit dem Herbst wieder intensiv Zuchtrinder geordert worden, teilte der DHV mit.

Hoher Importbedarf auch der Türkei
Die aktuelle Nachfrageentwicklung sei durch das große Interesse vieler Abnehmerländer geprägt, die heimische Milchproduktion durch den Import von Zuchtrindern zu steigern, führte der DHV aus. Neben den bereits genannten Ländern sei insbesondere auch in der Türkei seit mehreren Monaten ein hoher Importbedarf festzustellen. Aufgrund von veterinärmedizinischen Vorgaben - Blauzungenkrankheit und Bovine Spongiforme Enzephalopathie (BSE) - könnten zurzeit nur sehr wenige EU-Länder in die Türkei liefern. Sollten hier in den nächsten Wochen beziehungsweise Monaten Anpassungen vorgenommen werden und sich der türkische Markt öffnen, sei mit einem starken Nachfrageschub zu rechnen. Bleibe die Situation stabil, erleichtere dies mittelfristig die Zuchtrinderexporte. Die Nutzung deutscher Holsteingenetik sei eine gute Basis, um die Potentiale vor Ort auszuschöpfen. (AgE)

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Aktualisiert am: 13.02.2011 22:40
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