Holstein-Friesian-Rinder stärker nachgefragt

Die Nachfrage nach Holstein-Friesian-Rindern übersteigt in Deutschland das Exportangebot deutlich. Das verfügbare Ausfuhrangebot fällt aufgrund der Expansionsbestrebungen der Milchviehbetriebe begrenzt aus.
Deutsche Holstein-Friesian-Rinder werden vor allem in einigen Ländern Afrikas, aber auch in Europa derzeit stark nachgefragt.
Deutsche Holstein-Friesian-Rinder werden vor allem in einigen Ländern Afrikas, aber auch in Europa derzeit stark nachgefragt.
Wie das Landvolk Niedersachsen vergangene Woche in Hannover berichtete, bekundeten zuletzt neben einigen Ländern Nordafrikas sowie Kroatien und Bulgarien vor allen Dingen Russland und Kasachstan Interesse an Deutschen Holstein-Friesian-Rindern. Die niedersächsischen Milchkuhhalter würden derzeit jedoch die weibliche Nachzucht selbst im Stall behalten, um ihre eigenen Herden aufzustocken. Hätten früher Betriebe mit mehr als 100 Kühen als sehr groß gegolten, strebten viele Milchviehhalter heute eine Herdengröße von 200 oder sogar 250 Tieren an. Dies führt zu einer absoluten Angebotsknappheit und einer entsprechenden Preisstabilität für die Landwirte, die nicht alle Tiere für ihren Bestand benötigen. Sie nutzen die positive Marktlage und verkauften Rinder ab einem Trächtigkeitsstadium von gut zwei Monaten und einem Gewicht ab 460 kg. Ebenfalls weiter stark gefragt blieben abgekalbte Färsen. Für Tiere mit einer Milchleistung ab 25 kg täglich und einem Kalbedatum, das nicht länger als sechs Wochen zurückliegt, finden momentan wöchentliche Ankäufe mit inländischen Kunden, aber auch mit Käufern aus Italien, Spanien, Großbritannien und Polen statt. Aufgrund der geringen Futterflächen in Ländern wie Italien werden die Tiere dort meist nur für eine Laktation aufgestallt oder kalben einige Male von Fleischrindern. Für die Landwirte dort ist es günstiger, tragende Färsen in Deutschland zu kaufen als sie selbst zu züchten. Zudem liegt der Milchpreis in Italien um 6 Cent bis 7 Cent höher als in Deutschland. Im Gegenzug profitieren die niedersächsischen Landwirte von stabilen Preisen, mit der ihre Aufzucht weiblicher Kälber entlohnt wird. Im Jahr 2010 wurden dem Landesbauernverband zufolge bundesweit 99 368 Zuchtrinder in rund 40 Staaten exportiert. Dabei habe es sich bei rund 80 000 Tieren um die in Niedersachsen verbreiteten schwarzbunten Holstein-Friesians gehandelt.


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Aktualisiert am: 12.07.2011 20:48
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