Hohe Ölpreise machen Heizen mit Energiekorn für Landwirte interessant

Wegen der sinkenden Getreidepreise und der rasant steigenden Ölpreise interessieren sich viele Landwirte für das Heizen mit Energiekorn. Doch Vorsicht ist angebracht. Es gibt in Österreich nur wenige technisch ausgereifte und noch keine genehmigten Kessel.
Als Energiekorn ist Getreide wertvoller als Brotgetreide.
Als Energiekorn ist Getreide wertvoller als Brotgetreide.
Die Erzeugung von komfortabler Wärme aus Energiekorn ist für die Landwirtschaft ein absolutes Zukunftsthema. Damit könnten Ackerflächen in die Energieschiene umgelenkt und der Getreidemarkt entlastet werden. Eine breitflächige Offensive macht jedoch erst Sinn, wenn es eine eindeutige Rechtsgrundlage für den Betrieb von Energiekornfeuerungen und technisch ausgereifte Kessel gibt.

Unschlagbar günstig
Die Getreidepreise sind in den letzten Jahren deutlich gesunken. Gleichzeitig befinden sich die Öl- und Gaspreise im Höhenflug. Es ist paradox, aber Getreide als Energiekorn zu verheizen, ist heute deutlich lukrativer als es als Lebensmittel zu verkaufen. Eventuelle ethische Bedenken gegen die Energiekornnutzung richten sich angesichts dieser massiven Schräglage von selbst. Die Gesellschaft muss sich fragen, welchen Wert Lebensmittel heute noch haben.
Bei den Brennstoffkosten ist Energiekorn unschlagbar günstig. Das Verheizen von Energiekorn aus eigener Produktion durch Landwirte ist auf jeden Fall wirtschaftlich. Ein Vergleich der Brennstoffkosten zeigt, dass Heizöl um das Drei- bis Vierfache und Erdgas um das Zweieinhalb- bis Dreifache teurer ist als Energiekorn. Auch wenn man die höheren Anschaffungskosten von Energiekornfeuerungen berücksichtigt, schneiden sie beim Vollkostenvergleich deutlich günstiger ab als Öl- und Gasfeuerungen.

Autor: Dr. Horst JAUSCHNEGG, Landwirtschaftskammer Steiermark


Autor:
Aktualisiert am: 23.05.2006 17:06
Landwirt.com Händler Landwirt.com User