Hofübergabe: Was sagt die Finanz, wenn der Hof die Familie verlässt?

Fällt die Übergabe-Entscheidung auf einen „Fremden“, ändern sich einige Rahmenbedingungen. Lesen Sie folgend, was steuerrechtlich bei der Übergabe eines landwirtschaftlichen Betriebes an „Nicht-Familienmitglieder“ zu beachten ist.
Die Höhe der Grunderwerbssteuer ist abhängig vom Verwandtschaftsgrad.
Die Höhe der Grunderwerbssteuer ist abhängig vom Verwandtschaftsgrad.
Hofübernehmer haben in der Regel Grunderwerbsteuer (GrESt) zu zahlen, denn der GrESt unterliegen alle Erwerbsvorgänge (z.B. Kauf, Tausch, Schenkung, Erbschaft), die sich auf inländische Grundstücke beziehen. Das Grunderwerbsteuergesetz kennt Begriffe wie „Familienmitglieder“, „Nicht-Familienmitglieder“ oder „Fremde“ nicht. Und doch gibt es Unterschiede in der Besteuerung.

Schon beim Steuersatz spielt der Verwandtschaftsgrad eine Rolle; der Steuersatz beträgt in der Regel 2 %, unter Verwandten, 3,5 % beim Erwerb durch andere Personen.
Als Wert des Grundstückes ist bei der „bäuerlichen Betriebsübergabe“ der einfache land- und forstwirtschaftliche Einheitswert, sonst der dreifache Einheitswert anzusetzen.

Steuer wichtig, aber nicht entscheidend
Ein Übergabevertrag ist eine komplizierte Sache. In einer Art Paketlösung soll das Eigentum am land- und forstwirtschaftlichen Betrieb übertragen, die Altersvorsorge für die Übergeber (mit)abgesichert und eine allfällige „Abfindung“ an weichende Kinder geregelt werden.
Steuerliche Überlegungen sollten dabei eine, aber keinesfalls die einzig entscheidende Rolle spielen. Eine rechtzeitige steuerliche Beratung vor Vertragsunterzeichnung wird empfohlen!

Weitere Einzelheiten mit Beispielsrechnungen lesen Sie in der Ausgabe 13 vom 1. Juli 2011 auf den Seiten 6-7.


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Aktualisiert am: 20.06.2011 10:01
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