Hofübergabe – gemeinsam finden Sie die passende Lösung

Hofübergaben müssen gut vorbereitet sein. Die rechtlich-ökonomische Seite lässt sich gut mit externen Beratern abklären, aber die seelische Befindlichkeit will man nicht preisgeben. Folgend wollen wir Ihnen ein paar Gedankenanstöße geben, was man bei der Übergabe berücksichtigen soll und was zur Klärung der Lage beitragen kann.
Die Angst, nach der Hofübergabe überflüssig zu sein, lässt sich mildern. Klären sie die menschlichen Aspekte unbedingt vor dem Besuch beim Notar ab.
Die Angst, nach der Hofübergabe überflüssig zu sein, lässt sich mildern. Klären sie die menschlichen Aspekte unbedingt vor dem Besuch beim Notar ab.
Jede Hofübergabe ist mit Erwartungen und Befürchtungen verbunden. Das betrifft sowohl die übergebende als auch die übernehmende Seite. Doch leider ist es oft so, dass gerade auf diesem Gebiet viele Familien absolut „sprachlos“ sind. Dann fallen Äußerungen wie „Eigentlich sollte ich den Hof schon übergeben, aber ich weiß nicht recht, ob die Jungen das schaffen.“
Folgende logischen Befürchtungen können sich dahinter verbergen:
* Die Ausbildung der Jungen ist unzureichend. Da wäre zu klären: Stimmt das?
*Mangelnde „Unternehmerpersönlichkeit“ der Jungen. Das lässt sich lernen – wenn von „den Alten“ Unterstützung kommt.

Viel gravierende können aber noch weitere Ängste sein:
* Wenn ich übergeben habe, habe ich nichts mehr zu sagen und bin nichts mehr wert.
* Angst vor Prestigeverlust
Diese Angst kommt aus dem gelebten Rollenverständnis. Wer sein Prestige, seine Anerkennung und sein Selbstwertgefühl aus der funktionalen Beziehung zum Hof holt, fällt logischerweise in ein tiefes seelisches Loch, wenn diese „Identitätsquelle“ durch Abgabe versiegt.
* Angst vor Langeweile
Wenn der Betrieb Dreh- und Angelpunkt des Lebens war und ist, womit soll dann die Zeit gefüllt werden, wenn dieser wichtige Punkt in anderen Händen liegt?

Wohin soll es gehen?
Schwierig wird es, wenn keine Ziele vorhanden sind – denn worüber soll dann verhandelt werden? Gerade wenn die Fronten verhärtet sind, sollten sich beide Parteien die Frage stellen:
· Wie soll die weitere Betriebsführung aussehen?
· Wo soll in Zukunft der Schwerpunkt des Betriebes liegen?
· Wie soll der Betrieb in 5, 10 oder 20 Jahren aussehen? Auch wenn die Übergeber dann vielleicht schon nicht mehr leben: Allein die Beschäftigung mit dieser Frage öffnet Zukunftshorizonte, bringt geistigen Schwung in die Betriebsführung und zeigt den Übernehmern, dass die „Alten“ noch dabei sind.
· Jede Generation muss vor dem Übergabegespräch klären: Wie will ich nach der Übergabe leben? Das betrifft den Wohnort, den Lebensstil, Konsumgewohnheiten, soziale Absicherung etc. Diese Frage ist sehr wichtig und sollte ehrlich behandelt werden. Ehrlich heißt, auf seine innere Stimme zu hören. Was die letzten 20 Jahre aus betrieblicher Sicht notwendig war und zur Gewohnheit wurde, kann nach der Übergabe zur Zeitbombe mit schwelendem Zeitzünder werden. Wichtig dabei ist: Eine Fehlentscheidung kann revidiert werden, eine Nicht-Entscheidung führt zu Frust und quälenden Konflikten.

Autoren: Monika HAMMER und Dr. Rudolf HÖNLE


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Aktualisiert am: 23.03.2007 12:45
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