Höhere Importe Chinas nach Melamin-Skandal

China steigerte 2009 seine Bezüge von Vollmilchpulver von 46.000 t auf 165.000 t. Die deutliche Ausweitung der Importnachfrage, die überwiegend durch Neuseeland gedeckt wurde, ist im Zusammenhang mit dem Melamin-Skandal zu sehen.
Die Folgen des Melamin-Skandals waren rasant wachsende Improte bei Voll- und Magermilchpulver 2009. Dieses Jahr soll sich der Trend fortsetzten.
Die Folgen des Melamin-Skandals waren rasant wachsende Improte bei Voll- und Magermilchpulver 2009. Dieses Jahr soll sich der Trend fortsetzten.
Der Melamin-Skandal hat das Vertrauen der Chinesen in die eigene Milchwirtschaft schwer erschüttert, was sich in einem hohen Importanstieg von Vollmilchpulver 2009 äußerte. Anfang voriger Woche wurde erneut eine Molkerei in China geschlossen, nachdem in ihren Produkten die Industriechemikalie gefunden worden war. Für 2010 rechnet man mit der Einfuhr von 150.000 t Vollmilchpulver durch die Volksrepublik.

Russland wichtigster Importeur
Der chinesische Import von Magermilchpulver, der 2009 um fast ein Fünftel zulegte, soll dieses Jahr um weitere 8 % auf 70.000 t steigen. Weltweit wichtigster Importeur von Milchprodukten bleibt dennoch Russland, das im vorigen Jahr als Folge der Wirtschafts- und Finanzkrise die Bezüge spürbar einschränkte. Für 2010 wird mit einer höheren Nachfrage Russlands nach ausländischen Milchprodukten gerechnet. Die Käseimporte sollen um etwa 10 % auf 340.000 t zunehmen und wieder das Niveau von 2008 erreichen. Gleiches gilt für die russischen Buttereinfuhren, die um 11 % auf 150.000 t steigen sollen. Beim Magermilchpulver wird mit einem Importzuwachs um ein Fünftel auf 60.000 t und beim Vollmilchpulver mit einem Anstieg um 29 % auf 45.000 t gerechnet.

Käsemarkt floriert
Der globale Käsemarkt dürfte auch von höheren Importen der USA und Japan profitieren: Während die betreffenden Importe der Japaner um 3 % auf 190.000 t steigen sollen, wird für die USA eine Zunahme um fast 11 % auf 185.000 t prognostiziert. Die Magermilchpulverbezüge Mexikos sollen sich um 6 % auf 190.000 t und die Indonesiens um 5 % auf 187.000 t in diesem Jahr erhöhen. (AgE)

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Aktualisiert am: 17.01.2010 11:58
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