Höhere Holzpreise nötig

Die heimischen Forstbetriebe bilanzierten im Jahr 2009 mit einer "schwarzen Null ". Verantwortlich dafür waren eine rückläufige Rundholzproduktion und ein relativ hoher Schadholzanteil, der sich auch auf der Kostenseite durch teure Sanierungsmaßnahmen negativ auswirkte. Dies teilte Felix Montecuccoli, Präsident der Land &Forst Betriebe Österreich, im Rahmen der Bilanzpressekonferenz mit.
Ein höherer Holzpreis würde allen Beteiligten in der Verarbeitsschiene helfen, meint der Präsident der Land und Forst Betriebe Österreich DI Felix Montecuccoli.
Ein höherer Holzpreis würde allen Beteiligten in der Verarbeitsschiene helfen, meint der Präsident der Land und Forst Betriebe Österreich DI Felix Montecuccoli.
Bei den Rundholzpreisen bewegten sich die Betriebe "auf dem untersten Rand eines möglichen Preisbandes ", so Montecuccoli. Notwendig wären daher dringend Preisverbesserungen in der gesamten Wertschöpfungskette - von den Waldbesitzern bis zu den Verarbeitern. Darüber hinaus sprach sich der Präsident für eine deutliche Forcierung der Holzverwendung, insbesondere im Wohnbau und Energiebereich, aus.

Holzernte auf 18,5 Mio. Festmeter gesunken

Die österreichische Schnittholzproduktion ist im Jahr 2009 um 22% auf 8,4 Mio. Kubikmeter gesunken, während sie im Jahr 2007 noch bei einem Rekord von 11,3 Mio. Kubikmetern lag. Durch die international stark gesunkene Nachfrage nach Schnittholz musste die heimische Sägeindustrie ihren Rundholzverbrauch von rund 18 Mio. Festmeter im Jahr 2008 auf 14 Mio. fm senken. Durch die verminderte Produktion ist auch der Schnittholzexport deutlich zurückgegangen.

Dem entsprechend wurde auch die Holzernte 2009 nach der Rekordproduktion von über 21 Mio. fm in den Sturmjahren 2007 und 2008 auf 18,5 Mio. fm reduziert. Dabei haben sich die Forstbetriebe stark auf die Aufarbeitung des Sturmholzes konzentriert, um den drohenden Käferbefall zu minimieren. Der Schadholzanteil lag zwischen 30 und 40%.

"Unsere Forstbetriebe brauchen eine deutliche Verbesserung der Holzpreise, um wirtschaftlich nachhaltig erfolgreich zu sein. Bei der Holzernte sind die technischen Möglichkeiten zur Rationalisierung derzeit weitgehend ausgeschöpft. "Höhere Erlöse sind entlang der gesamten Wertschöpfungskette notwendig. Auch unsere Marktpartner in der Holz- und Papierindustrie brauchen dringend Preisverbesserungen bei ihren Produkten. In der Industrie sind viele Kostensenkungspotenziale weitgehend ausgeschöpft. Niedrigere Rohstoffkosten würden zwar die Kosten senken, gleichzeitig aber eine wirtschaftliche, ökologische und soziale Forstwirtschaft unmöglich machen. Wir bewegen uns mit rund EUR 80,- pro fm Fichten-Sägerundholz derzeit am unteren Rand des Preisbandes ", gab Montecuccoli zu bedenken.

Heuer zeichnet sich Silberstreif am Horizont ab

Insgesamt befinde sich die Forst- und Holzwirtschaft in Österreich heuer leicht im Aufwind. Der Holzbedarf aus heimischen Wäldern werde laut Schätzungen wieder bei rund 19,5 Mio. fm liegen. Die Sägeindustrie kalkuliere derzeit mit einer Jahresproduktion von über 9 Mio. Kubikmeter. Auch die Partner in der Papier- und Plattenindustrie würden wieder positive Trends für ihre Produktion sehen und mehr Holz brauchen.

"Angesichts des Klimawandels und der erwarteten Veränderungen in den ökologischen Standortbedingungen werden aber Fragen der Baumarten, der Herkunftswahl und der Forstgenetik für die Begründung stabiler Waldökosysteme immer bedeutsamer. Hier ist der Wissensstand derzeit zu gering, daher bedarf es einer Intensivierung der Forschung mit entsprechender Dotierung. Die Forstbestände müssen ökologisch anpassungsfähig sein und gleichzeitig Ertragssicherheit für die Waldeigentümer garantieren ", erläuterte Montecuccoli. Dabei könnten in einzelnen Regionen auch geeignete nicht-heimische Baumarten eine wichtige Rolle spielen.

Holz, Teil einer zukunftsorientierten Energiestrategie

Die nachhaltige Waldbewirtschaftung, wie sie hierzulande seit Generationen gelebt werde, leiste auch einen sehr wichtigen Beitrag zur Erreichung der österreichischen Klima- und Energieziele. Holz habe die einmalige Eigenschaft, durch Speicherung von Kohlenstoff die Konzentration von CO2 in der Atmosphäre zu reduzieren, so Montecuccoli.


Aktualisiert am: 04.03.2010 11:49
Landwirt.com Händler Landwirt.com User