Höchste Erlöse für Schlachtschweine seit Euro-Einführung

Der deutsche Vereinigungspreis wurde auf 1,83 Euro pro Kilogramm Schlachtgewicht angehoben. Am Markt herrscht flotte Nachfrage bei kleinem Angebot. Die Schweinepreise sind im EU-27-Schnitt so hoch wie noch nie. Auch in Österreich stiegen die Preise.
Am Schweinemarkt herrscht rege Nachfrage bei kleinem Angebot. Der aktuelle österreichische Schweinepreis ist um 5 Cent gestiegen.
Am Schweinemarkt herrscht rege Nachfrage bei kleinem Angebot. Der aktuelle österreichische Schweinepreis ist um 5 Cent gestiegen.
Die Notierungen für Schlachtschweine an den repräsentativen Märkten der Europäischen Union sind in der ersten vollen Augustwoche weiter gestiegen. Das von der EU-Kommission ermittelte Preisniveau je 100 kg Schlachtgewicht (SG) für Tiere der Handelklasse E erhöhte sich im gewogenen Mittel der Mitgliedstaaten in der Woche zum 5. August 2012 um 2,25 Euro oder 1,3 % auf 175,51 Euro. Seit der Erweiterung der Gemeinschaft um Bulgarien und Rumänien wurde im EU-Schnitt noch nie so viel Geld für EU-Schlachtschweine gezahlt. Das entsprechende Vorjahresniveau wurde in der Berichtswoche um 19,46 Euro/100 kg SG oder 12,5 % übertroffen. Entscheidend für den weiteren Auftrieb war der Preisverlauf in Deutschland und Spanien, den beiden größten Schweineproduzenten in der EU. Hier zogen die Notierungen saisonal um 2,4 % beziehungsweise 1,8 % an. Noch höher fiel das Plus in Italien und Irland mit 3,0 % sowie 2,6 % aus. In Frankreich verteuerten sich Schlachtschweine im Berichtszeitraum um 1,2 %, in Polen um 0,9 %. In Österreich stieg der Schweinepreis um 5 Cent (Basispreis: 1,70 €/kg). Zu den wenigen EU-Staaten, wo die Preise sich zuletzt nach unten bewegten, gehörten die Niederlande; mit 0,1 % fiel das Minus dort aber sehr begrenzt aus. Den stärksten Rückgang meldete Zypern mit 0,9 %.

Situation in Deutschland
Die Notierungen für Schlachtschweine haben zur Monatsmitte ihren steilen Aufwärtstrend fortgesetzt. Der für den Kassamarkt relevante Vereinigungspreis wurde am vergangen Freitag um 5 Cent auf 1,83 Euro/kg Schlachtgewicht (SG) angehoben. Damit wurde die bisherige Höchstmarke seit der Euro-Einführung, die im Jahr 2008 erreicht worden war, geknackt.
Marktteilnehmer berichteten von einer flotten Schweinenachfrage der Schlachtunternehmen, die von dem relativ kleinen Angebot zeitweilig nicht habe gedeckt werden können. Auf der Absatzseite war gleichzeitig von einer regen Grillfleischnachfrage im Inland und lebhaften Exporten die Rede.
Im Sog der Schlachtschweinepreise tendierte auch der Frankfurter Ferkelterminmarkt freundlich. Im Verlauf der Berichtswoche wechselten allerdings nur sechs Futures den Besitzer: Zwei Kontrakte auf Tiere zur Einstallung im September wurden am Donnerstag für 46 Euro pro 25-kg-Ferkel gehandelt und am Freitag für 46,50 Euro abgerechnet; das waren 2,20 Euro mehr als eine Woche zuvor. Außerdem wechselten am Freitag vier Oktober-Futures für jeweils 47,00 Euro den Besitzer, was einem Plus von 1,10 Euro entsprach. August-Ferkel verteuerten sich um 0,60 Euro auf 45,70 Euro pro Stück.

Aktualisiert am: 20.08.2012 08:57
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