Hochwasser: Schutzmaßnahmen haben sich bewährt

Im Burgenland wurden seit 1980 190 Rückhaltebecken errichtet. Damit konnten Schäden in Millionenhöhe verhindert werden. Ein umfassender Schutz erfordert weitere Investitionen in Höhe von ca. 95 Mio. Euro.
Hochwasser schädigen nicht nur durch Überschwemmungen, sie können auch gefährliche Hangrutschungen verursachen.
Hochwasser schädigen nicht nur durch Überschwemmungen, sie können auch gefährliche Hangrutschungen verursachen.
Seit 1980 wurden im Burgenland 190 Rückhaltebecken errichtet, 28 befinden sich derzeit im Planungsstadium bzw. in der Bauphase. Durch den Bau dieser Anlagen konnten im Burgenland 77 Siedlungen bis zu einem Jahrhundertereignis (HQ 100) abgesichert werden. Die Größe der Anlagen reicht von 1 bis 100 ha. Im größten bisher gebauten Becken können bis zu 2,1 Mio. m³ (Rauchwart) Wasser zurückgehalten werden. Die Flächen im Bereich der Anlagen befinden sich hauptsächlich im Besitz der Gemeinden bzw. sind Teil des öffentlichen Wassergutes. Im Jahr 2008 wurden im Burgenland 7 Planungs- und 21 Bauprojekte mit einem Investitionsvolumen von rund 11,3 Mio. Euro (inkl. der Grundablösen für den passiven Hochwasserschutz) durchgeführt. Leider scheitert die Umsetzung von Hochwassermaßnahmen in einigen Fällen an der Grundbereitstellung, so dass das Bestreben von Gemeinden eine Hochwasserschutzanlage zu errichten, nicht umgesetzt werden kann. Andererseits gibt es auch Gemeinden, die trotz negativer Stellungnahmen von Wasserbau-Experten Baubewilligungen in Hochwasser gefährdeten Gebieten erteilen.

Bis zu 100-fache Wasserführung
Innerhalb von wenigen Tagen sind stellenweise bis zu 300 Liter Niederschlag pro m2 gefallen. Dadurch kam es beispielsweise an der Strem in Güssing zu einer Wasserführung von 120 m³/Sekunde gegenüber einer Normalmenge von 1,17 m³/Sekunde. Die Raab in Neumarkt hatte in der Nacht von Sonntag auf Montag eine Durchflussspitze von 260 m³/Sekunde gegenüber normalerweise 6,8 m³/Sekunde. Dies sind Wassermengen, die erfahrungsgemäß in einem Zeitraum von mehr als 100 Jahren nur einmal vorkommen. Als Resümee kann gesagt werden: Wo in den Hochwasserschutz investiert wurde, konnten große Schäden vermieden werden. Einen 100%igen Schutz vor Hochwasser kann es jedoch nicht geben. Um einen umfassenden Schutz gegen 100-jährige Hochwasser zu erreichen, wären im Burgenland Investitionen von ca. 95 Mio. Euro notwendig.

Entschädigungen über Katastrophenfonds
Die von LR Falb-Meixner in der Sitzung der Landesregierung vom 30. Juni 2009 beantragten 500.000 Euro aus dem Katastrophenfonds wurden einstimmig genehmigt. Ebenfalls einstimmig angenommen wurde ein Akt über die Abwicklung der Schäden. Die finanziellen Mittel können nur einen Teil des Schadens der betroffenen Menschen lindern, sollen aber mithelfen, verlorene Werte teilweise zu ersetzen.


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Aktualisiert am: 07.07.2009 10:42
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