Hirse statt Mais?

Seit Einführung der verpflichtenden Fruchtfolge wird in viehintensiven Gebieten nach einer passenden Alternative zu Mais gesucht. Ein hoher Futterwert und eine gute Gülleverwertung werden gefordert. Hirse könnte diesen Ansprüchen gerecht werden.
Körnerhirse könnte eine Alternative zu Mais darstellen.
Körnerhirse könnte eine Alternative zu Mais darstellen.
Seit Jahresbeginn ist klar: Zur Bekämpfung des Westlichen Maiswurzelbohrers müssen sich Landwirte zukünftig an eine Fruchtfolgeverpflichtung halten. Drei Mal Mais in vier Jahren – so lautet die Zauberformel. Für viehintensive Regionen, in denen bisher vorwiegend Mais angebaut worden ist, muss nun eine alternative Kultur mit hohem Futterwert für die Veredlung gefunden werden. Zudem ist in diesen Regionen eine Pflanze gefragt, welche die hohen Güllemengen gut verwerten kann.

Hirse als Lösung?
Der wesentliche Vorteil von Körnerhirse ist die hervorragende Gülleverwertung. Das Versuchsreferat Steiermark konnte bei Trockenerträgen von 10 t. einen N-Entzug von 180 kg je Hektar nachweisen. Durch das tiefgreifende Wurzelsystem hat Hirse eine gute Standfestigkeit. Daher sind Güllemengen von 100 kg N (feldfallend) auf einmal ausgebracht bei Körnerhirsen hinsichtlich Lagerung kein Problem. Zudem ist bei dieser Sommerung die Vorfrucht Mais möglich. Im Bezug auf die Arbeitsintensität ähnelt die Bestandsführung bei Hirse jener bei Mais. Mit Düngung und Unkrautbekämpfung sind nur zwei Maßnahmen nötig. Derzeit treten kaum Schädlinge oder Krankheiten auf, die weitere Bestandsführungsmaßnahmen nötig machen würden. Außerhalb der viehstarken Regionen dürfte der Anbau von Körner- oder Biomassehirse in den Trockengebieten Ostösterreichs interessant sein. Als C4-Pflanze ist Hirse sehr wassereffizient und optimal für den Anbau in Regionen mit nur 400 bis 600 mm Jahresniederschlag geeignet.

Futterwert
Das Ertragspotenzial liegt bei Körnerhirse bei rund 10 t. (14 % Feuchtigkeit) und bei Biomassehirse bei ca. 20 t. Trockenmasse. Hirse hat einen ähnlich hohen Energiegehalt wie Mais oder Weizen. Auch der Rohproteingehalt ähnelt jenem von Mais. Zu beachten ist allerdings der niedrigere Lysingehalt. Generell sollte vor der Verfütterung eine Analyse der Inhaltsstoffe durchgeführt werden. Als Marktfrucht wird Körnerhirse um ca. 10 Euro pro Tonne unter Mais gehandelt.

Autor: Roman GOLDBERGER

Nähere Informationen zur Bestandsführung von Hirse finden Sie in der Ausgabe 20/2012 von Der fortschrittliche Landwirt.

Weitere Ackerbauthemen in dieser Ausgabe:
Strip Till bei Mais und Raps
Kolbenfusariose bei Mais
Ackerbau in 5 Minuten
- N-Mangel bei Raps beheben
- Später Weizenanbau
- Unkrautbekämpfung bei Getreide
- Maisstroh zerkleinern

Aktualisiert am: 03.10.2012 07:51
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