Hirse als Ergänzung zu Mais

Biomassehirse ist eine interessante Ergänzung in der Fruchtfolge Biogas produzierender Landwirte. Lesen Sie hier, was für einen erfolgreichen Biomasse-Hirsenanbau in der Produktionstechnik zu beachten ist.
Biomassehirsen erreichen eine beachtliche Wuchshöhe. Bei guten Verhältnissen können die Pflanzen bis zu vier Meter hoch werden.
Biomassehirsen erreichen eine beachtliche Wuchshöhe. Bei guten Verhältnissen können die Pflanzen bis zu vier Meter hoch werden.
Landwirte, die Biogasanlagen betreiben, sind Spezialisten in vielerlei Hinsicht, und so sind sie auch immer wieder auf der Suche nach Ergänzungskulturen, um die Rohstoffversorgung ihrer Anlagen zu optimieren. Pflanzenarten, die der Standardkultur Mais vergleichbare Erträge und Biogasausbeuten bringen, sind da natürlich im Blickpunkt. Die Mechanisierung von Anbau und Ernte soll dabei keine neuen Investitionen benötigen, sondern mit der vorhandenen Technik zu bewerkstelligen sein. Biomassehirsen gewinnen zunehmend an Bedeutung.
Die Gründe dafür sind:
- Leistungen ähnlich wie Silomais hinsichtlich TM-Ertrag je Hektar und Gasausbeute
- Kürzere Vegetationszeit; deshalb ideale Kultur als Zweitfrucht nach Wintertriticale oder Grünschnittroggen, die ebenfalls für die Biogasanlagen Mitte Mai genutzt werden
- Keine Wirtspflanze für den Maiswurzelbohrer – Fruchtfolgeunterbrechung
- Zählt im ÖPUL nicht zum Getreide/Mais-Anteil
- Geringerer Wasserverbrauch/kg gebildeter TS als Mais

Anbauzeitpunkt
Hirse braucht 14 – 15 °C Bodentemperatur, um flott und vollständig aufzulaufen. Der Anbau in zu kaltem Boden ist bei uns der häufigste Fehler. Eine Reduktion des Feldaufganges auf teilweise 60 % der ausgesäten Samen ist oftmals die Folge. Die Biomassehirsen können dies zwar durch die Bestockung großteils wieder ausgleichen, die Bestockungstriebe bringen aber nicht dieselbe Masse wie die Haupttriebe, außerdem drücken sie den TS-Gehalt zur Ernte nach unten. Als grobe Richtlinie gilt: 25 – 28 Tage nach der Maisaussaat ist der optimale Anbauzeitpunkt für die Biomassehirse. Das ist in den wärmeren Lagen so um den 15. Mai, kann in nicht so günstigen Jahren und Lagen aber auch der 24. – 28. Mai sein. Warmer Boden begünstigt ein rasches und vollständiges Auflaufen, gute Unkrautunterdrückung und Erosionsverminderung auf Hanglagen. Wird die Biomassehirse nach einer Winterzwischenfrucht, wie z.B. Wintertriticale oder Grünschnittroggen, angebaut, so ist unmittelbar nach der Ernte der Winterzwischenfrucht anzubauen, um keine Zeit zu verlieren. Nach unseren Erfahrungen stellt der 5. – 8. Juni den letzten sinnvollen Anbauzeitpunkt für die Biomassehirse dar.

Ernte im Herbst
Die Ernte erfolgt, wenn ca. 28 – 32 % TS erreicht sind. Als Faustregel gilt, dass ca. 4 – 5 Wochen nach dem Erscheinen der Rispe 28 % TS erreicht sind. Bei gutem Herbstwetter ist auch noch längeres Zuwarten möglich, es steigen der TS-Gehalt und TS-Ertrag und damit auch der Gasertrag. Allerdings muss die Kulturhirse vor dem ersten Frost weg, da sie hier sofort mit einem Dürrwerden der Blätter reagiert und damit die Silierfähigkeit sinkt. Am besten wird mit einem reihenlosen Feldhäcksler geerntet. Bei eventuellem Lager hat sich gezeigt, dass ein Fahren quer zur Lagerrichtung hilft, die Ernteverluste zu verringern – mit dem richtigen pflanzenbaulichen Wissen sollte sich dies aber vermeiden lassen.

Autor: Franz BLUMENSCHEIN, Saatzucht Donau


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Aktualisiert am: 21.04.2010 17:08
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