Heumilchoffensive startet

Mit einer Pressekonferenz im steirischen Knittelfeld bei der Obersteirischen Molkerei hat die ARGE Heumilch ihren Informationszug über die neue Heumilchkampagne durch Österreich abgeschlossen. Unter dem neuen gemeinsamen Logo Heumilch - die reinste Milch werden in Zukunft an die 60 heimische Milchverarbeitungsbetriebe ihre Premium-Milch-Produkte bewerben.
Ziel der Heumilchoffensive und Kampagne ist es, dem Konsumenten die Einzigartigkeit dieser Produktgruppe bewußt zu machen. Das könnte für die Premium Heumilchprodukte zu mehr Absatz führen und dadurch auch bessere Preise für die Verarbeiter und die liefernden Bauern mit sich bringen. Dafür setzten sich ein: v.l.n.r Heumilchkoordinator Andreas Geisler, Obmann Karl Neuhofer, OM-Obmann Fritz Gruber und OM- Geschäftsführer Friedl Tiroch.
Ziel der Heumilchoffensive und Kampagne ist es, dem Konsumenten die Einzigartigkeit dieser Produktgruppe bewußt zu machen. Das könnte für die Premium Heumilchprodukte zu mehr Absatz führen und dadurch auch bessere Preise für die Verarbeiter und die liefernden Bauern mit sich bringen. Dafür setzten sich ein: v.l.n.r Heumilchkoordinator Andreas Geisler, Obmann Karl Neuhofer, OM-Obmann Fritz Gruber und OM- Geschäftsführer Friedl Tiroch.
Karl Neuhofer, der Obmann der ARGE Heumilch, der Milchbauern, Verarbeiter und Vermarkter gleichermaßen angehören, betonte es in Knittelfeld ausdrücklich, dass es bei der Heumilchoffensive darum gehen soll, eine erstklassige und besondere Milch unter allen guten Milchen Österreichs bekannter zu machen. Nur rund 15 % der in Österreich erzeugten Milch sei Heumilch. Ziel der Kampagne sei es, möglichst viel dieser Milch als Rohmilch oder vereldelt zu Käse im Premiumsegment zu verkaufen und dabei die Wertschöpfung für die Bauern zu erhöhen. Heumilchproduktion sei die ursprünglichste und natürlichste Milchproduktion im Alpenraum und nun gehe es darum, dieses in den letzten Jahren ohnehin geschrumpfte Qualitätssegment endlich einmal einheitlich zu kennzeichnen und gebührend mit Gewinn für alle Beteiligten zu vermarkten.

Ziel Produktión zu erhalten.

Noch 1970 waren drei Viertel der heimischen Milch Heumilch. Dieser Anteil ist auf zuletzt 15% gesunken. In den traditionellen Grünlandgebieten im Westen Österreichs liegt er wesentlich höher als im Osten. Auf europäischer Ebene liegt der Anteil an Heumilch bei 3%. Aufgrund dieser Nischensituation der Heumilch erwartet sich Obmann Karl Neuhofer gute Absatzchancen für die Heumilchprodukte. Insgesamt verarbeiten in Österreich 60 Unternehmen rund 400 Millionen kg Heumilch von 8000 Milchlieferanten.

Vorteile für den Konsumenten

Heumilch wird in Österreich überwiegend zu Hartkäse verarbeitet. Nur ein geringer Teil wird zu Trinkmilch oder anderen Milchprodukten verarbeitet. Ein bekanntes Heumilchprodukt ist die beim Lebensmitteldiskonter Hofer zu beziehende Bio-Heumilch unter dem Markennamen Zurück zum Ursprung. Auf den Paketen dieser Milch soll das neue Heumilchlogo der ARGE Heumilch demnächst zu finden sein. Auf diversen Käsen westösterreichischer Sennereien und Molkereien ist das Logo schon jetzt zu finden. Ab Oktober sollen TV-Werbespots laufen und auf diese Qualitätsschiene aufmerksam machen. Heumilch kann beim Konsumenten durch den guten Geschmack oder die wertvollen Inhaltsstoffen wie vermehrte Omega 3 Fettsäuren oder konjugierte Linolsäuren punkten.

Heumilch wichtig für Molkereien

Für den Obmann der Obersteirischen Molkerei (OM) Fritz Gruber ist die Heumilchproduktion mehr als eine Produktionsform, sie ist eine Lebensphilosophie, denn die Heumilchproduktion hat eine ökologische Komponente über die Beweidung und Beerntung der gesunden kräuterreichen Wiesen und Felder, eine soziale Komponente durch die Einkommenslieferung für die vermehrt kleinen bäuerlichen Betriebe im Berggebiet, die sich dieser Produktion verschreiben, und eine landschaftskulturelle Bedeutung durch die bergbäuerliche Kultur der Heuernte auch in Hinblick auf den Tourismus in diesen Regionen. Die OM werde versuchen, diese Schiene zu halten oder wenn möglich sogar auszubauen. Derzeit bezahlt die Molkerei an ihre Lieferanten einen Heumilchzuschlag von 1,5 Cent je Liter aus. Ziel ist es aber, durch die Kampagne und weitere Marketingaktivitäten den Zuschlag auf 2 bis 3 Cent zu erhöhen. Andere wichtige Heumilchverarbeiter in Westösterreich sind unter anderem die Zillertal Milch, Rupp, die Vorarlberg Milch, Woerle, die Alpenmilch Salzburg und die Pinzgauer Molkerei, ebenso wie viele bäuerliche und private Kleinsennereien.

Eigener Werbecent

Übrigens, die Heumilchoffensive wurde zwar aus Bundes- und EU-Mitteln unterstützt, doch hat die ARGE einen Heumilchwerbecent eingeführt. Lieferanten und Verarbeiter liefern je 0,2 Cent je Kilo in den Werbetopf ab. Der Mehraufwand in der Produktion von Heu kann von den Bauern durch den Milchzuschlag, aber auch durch die sogenannte Siloverzichtsprämie in ausgewiesenen Regionen Österreichs wieder hereingebracht werden. Wer Beratung in Sachen Heumilchproduktion und Wirtschaftlichkeit benötigt, dem hilft die ARGE Heumilch, erreichbar im Internet unter www.heumilch.at


Aktualisiert am: 15.09.2009 14:23
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