Heumilch

Nur 15% der in Österreich produzierten Milch ist Heumilch. Die Produktionsgebiete liegen in den Bundesländern Vorarlberg, Tirol, Salzburg, Oberösterreich und der Steiermark. Im April 2004 wurde die österreichische ARGE Heumilch gegründet, um die Heuwirtschaft und die Heumilchproduktion zu sichern.
Der Obmann der ARGE Heumilch auf seinem neuen Heuboden.
Der Obmann der ARGE Heumilch auf seinem neuen Heuboden.
Der Hauptvorteil der Heumilch ist der sehr niedrige Gehalt an Clostridien, auch Buttersäurebazillen genannt. Während in Heumilch unter 200 Sporen pro Liter vorkommen, findet man bei Verfütterung von Silage mit Buttersäuregärung bis zu 10.000 Sporen pro Liter Milch. In Grassilagen mit Buttersäuregärung können bis zu 1 Million Clostridien-Sporen pro Gramm vorkommen. Diese Sporen der Clostridien (Buttersäurebazillen) überstehen die Pasteurisierung der Milch und sind gefürchtete Schadkeime bei Schnitt- und Hartkäse, da sie Blähungen im Käse verursachen.

Bei der Herstellung von Hart- und Schnittkäse aus Heumilch kann daher auf eine Zentrifugalentkeimung und Konservierungsmittel verzichtet werden. Außerdem ist bei Heumilch nur sehr selten ein Futtergeschmack festzustellen. Heumilch ist das Original der Milch, wie sie seit Jahrtausenden hergestellt worden ist.

Besondere Eigenschaften

èSehr geringer Gehalt der in der Käserei gefürchteten Clostridien-Sporen

èSehr selten Futtergeschmack der Milch

èMehr Aromastoffe durch größere Artenvielfalt der Heuwiesen

èHöherer CLA-Gehalt durch Weide und frisches Grünfutter gegenüber Ganzjahres-Silage

Heumilch ist auch Thema der Wintertagung: Am 16. Februar, 17:10 Uhr steht der Vortrag „Heumilch und Heukäse – von der Produktion bis zum Verkauf“ auf dem Programm.

Autor: Elisa Buchgraber, Aigen im Ennstal


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Aktualisiert am: 07.02.2005 09:59
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