Heufütterung – einfach, aber nicht unproblematisch

Heumilch eröffnet neue Vermarktungswege und Werbemöglichkeiten für Milch. Heufütterung ist ein relativ einfaches Fütterungssystem, das vom Landwirt verlangt, seine Kühe sehr genau zu beobachten.
Ist die Kuh mit Energie unterversorgt, hungern auch die Pansenbakterien. Die Faser wird dann unvollständig abgebaut.
Ist die Kuh mit Energie unterversorgt, hungern auch die Pansenbakterien. Die Faser wird dann unvollständig abgebaut.
Heufütterung ist die älteste Methode, um Milchkühe zu füttern. Da sind wir schon beim ersten Problem. Unsere Kühe haben sich verändert. Wir züchten seit Jahrzehnten Kühe auf Leistung, hohe Tageszunahmen und so weiter. Deshalb muss uns klar sein, dass leistungsbereits Milchvieh nicht ausschließlich nur mit Heu bzw. Wasser gefüttert werden kann. Dieser Beitrag soll aufzeigen, mit welchen Problemen Heumilchbetriebe täglich konfrontiert werden.

Problem Fettgehalt
Sehr viele Heumilchbetriebe haben Probleme mit dem Fettgehalt der Milch. In einem solchen Fall sollte man den Kot, die Futteraufnahme und die Tiere auf Acidosen kontrollieren. Es kann sich hierbei auch um einen Energiemangel handeln. Dann weisen die Milchkühe eine negative Energiebilanz auf und man muss die Energiekonzentration in der Ration anheben - sprich mehr Kraftfutter füttern. Bei der Heufütterung erhalten die Tiere die unterschiedlichen Schnitte, ergänzt mit Kraftfutter. Das heißt wir haben eine relativ einfaches Fütterungssystem, das aber sorgfältiger Arbeit und genauer Beobachtung bedarf.

Fazit
Die Heufütterung ist ein relativ einfaches Fütterungssystem ohne viel Technik, wobei ein entscheidender Faktor die Tierkontrolle ist. Die Kotkonsistenz und die Milchleistungsdaten müssen regelmäßig überprüft werden. Die Pansenfüllung soll täglich kontrolliert werden. Die Wiederkauschläge geben Ausschluss darüber, ob die Kühe richtig versorgt sind. Bei mehr als 65 Kauschläge enthält die Ration zu viel Faser bzw. zu wenig Energie und Eiweiß. Zählt man bei den Kühen weniger als 50 Kauschläge pro Minute, so enthält die Ration zu wenig Faser und zu viel Kraftfutter. Es besteht dann eine Acidosegefahr und die Menge und Zusammensetzung des Kraftfutters muss kontrolliert werden.

Autor: Ing. Daniel FRAUENSCHUH, Fütterungsberater und Betriebsleiter, Elixhausen


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Aktualisiert am: 21.12.2009 10:05
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