Heuernte: Schonend, verlustarm und verschmutzungsfrei Futter gewinnen

Um dieses Ziel zu erreichen, bedarf es einer sorgfältigen Einstellung der zentralen Arbeitsmaschinen Kreiselzettwender und Kreiselschwader. Wie das gelingt, wird im Beitrag erläutert.
Gezogene oder aufgesattelte Kreiselzettwender ohne Tastrad sind über die Unterlenker in der Arbeitshöhe verstellbar.
Gezogene oder aufgesattelte Kreiselzettwender ohne Tastrad sind über die Unterlenker in der Arbeitshöhe verstellbar.
Kreiselzettwender führen bei falscher Einstellung und Anwendung (Zeitpunkt) zu erhöhten Bröckelverlusten und unnötiger Futterverschmutzung. Darum sind die richtige Arbeitshöheneinstellung und die richtige Wahl der Zapfwellendrehzahl die wichtigsten Einstellparameter. Daneben entscheiden - insbesondere bei der Bodenheutrocknung - aber auch die Anzahl und der Zeitpunkt der Wendevorgänge. Die einfache, werkzeuglose Verstellmöglichkeit der Kreiselneigung gilt als Aufgabe an die Landmaschinenindustrie und wird von einigen Herstellern bereits angeboten. Damit lässt sich auch bei hohen Futtermassen ein gutes Verteilbild erzielen. Kleine Kreiseldurchmesser haben sich hinsichtlich bester Verteilgenauigkeit bewährt. Der Zinkenverschleiß muss ebenfalls kontrolliert und kann teilweise über den Zinkenanstellwinkel nachkorrigiert werden. Dieser wird von den einzelnen Herstellern – je nach Zinkenform – unterschiedlich angegeben und muss in der jeweiligen Betriebsanleitung nachgelesen werden.

Kreiselschwader richtig einstellen
Die Anpassung der Arbeitsleistung an das Ernteverfahren ist mit dem vielseitigen Angebot auf dem Markt grundsätzlich kein Problem mehr. Die richtige Einstellung der Arbeitsmaschine stellt allerdings eine wichtige Voraussetzung für eine möglichst verlustarme und trotzdem saubere Futterernte dar.

Arbeitshöhe
Richtige Arbeitshöhe bedeutet grundsätzlich: Rechverluste möglichst vermeiden und keine Verschmutzung ins Futter bringen.
Die richtige Arbeitshöhe wird in der Regel mit einer zentralen Spindel so vorgewählt, dass die Zinken bei festem Untergrund rund zwei Zentimeter vom Boden entfernt drehen. Vor allem bei Feldfutter sollte höher als fünf bis sieben Zentimeter gemäht werden. Die Narbendichte ist im Vergleich zu einer gut geführten Dauerwiese auf diesen Flächen meist deutlich geringer. Eine Mähhöhe von acht bis zehn Zentimetern kann hier sinnvoll und richtig sein. Wichtig ist in jedem Fall, dass der Schwader dann auch höher als zwei Zentimeter gestellt werden kann, ohne viel Futter liegen zu lassen. Ein Problem stellt dabei die Fahrspur des Traktors dar, der die Stoppel und damit die Auflagefläche des Futters, niederdrückt. Das Futter lässt sich dann kaum verlustarm und sauber ernten. Hier könnte ein Frontschwader helfen, wird allerdings in der Praxis aufgrund der geringeren Arbeitsleistung bis dato nur bei Einkreiselschwadern verwendet und ist kaum umsetzbar.
Die Schwaderzinken dürfen keinesfalls am Boden kratzen. Ein Prozent mehr Asche im Futter sind bis zu 350 Kilogramm weniger Milchertrag pro Hektar.

Autoren: DI Alfred PÖLLINGER, Reinhard HUBER und Gregor HUBER, LFZ Raumberg-Gumpenstein


Aktualisiert am: 02.04.2010 11:00
Die Zinken müssen so eingestellt werden, dass sie nicht kratzen – ein bis drei Zentimeter vom festen Boden entfernt.
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