Heu und Silage für Wildtiere - Einkommenschance für Landwirte?

Jäger benötigen für die Wildfütterung im Winter viel Heu und Silage - eine vergebene Einkommenschance für Landwirte?
Jäger brauchen für die Wildfütterung viel Heu und Silage, das könnte eine Vermarktungschance für Landwirte sein.
Jäger brauchen für die Wildfütterung viel Heu und Silage, das könnte eine Vermarktungschance für Landwirte sein.
Die österreichischen Jäger brauchen für die Wildfütterung große Mengen an Grundfutter in Form von Heu und Silage und würden dies gerne in der näheren Umgebung oder zumindest in ihrem Bundesland einkaufen. Leider erhalten Sie diese nicht oder nur in schlechter Qualität.

Andererseits werden viele Grünlandflächen nicht mehr für benötigt, da immer mehr Betriebe die Tierhaltung aufgeben. Die Folgen in diesen Gebieten sind fallende Pachtpreise und Verwaldung vieler Flächen. Aber auch in den Ackerbaugebieten suchen Bauern neue Fruchtfolgemöglichkeiten z.B. aufgrund der Maiszünzlerverordnung.

Ursachen
Landwirte wissen zumeist nicht über den großen Bedarf an Grundfutter für Wildtiere Bescheid und denken gar nicht an diese Chance. Zudem glauben viele, dass Wildtiere keine hohen Ansprüche an das Futter stellen. Doch genau das Gegenteil ist der Fall. Rotwild benötigt Heu und Silage in guter Qualität, Rehwild stellt sogar höchste Ansprüche.

Rotwildgrundfutter soll ca. 230 bis 310 g/kg TM Rohfaser und 100 bis max. 170 g/kg TM Rohprotein aufweisen. Rehwildgrundfutter muss weniger Rohfaser und mehr Rohprotein aufweisen, damit es gerne gefressen wird. Außerdem bevorzugt Rehwild Heu und Silage mit einem Stängelanteil von unter 30 Prozent. Daher ist die Herstellung von Rehwildfutter nur mit schonender Bearbeitung und bei Heu nur mit Gerüsttrocknung oder künstlicher Trocknung möglich.

Für alle Wildarten muss das Futter natürlich frei von hohen Aschegehalten, Verschmutzung und schlechten Gerüchen wie Schimmel usw. sein. Das Grundfutter soll angenehm gut riechen, viele Blätter und Knospen beinhalten und eine dem Ausgangsmaterial vergleichbare Farbe sowie keine Verunreinigung aufweisen.

Vermarktung
Silage für Rotwild kann in Großballen geliefert werden, für Rehwild werden aufgrund des geringeren Bedarfes Kleinballen benötigt. Ähnlich verhält es sich bei Heu. Bei größeren Rotwildfütterungen können Großballen manipuliert werden, sonst werden ausschließlich Kleinballen benötigt.
Eine gute Alternative in diesem Bereich sind Kleinballen, die für die Anlieferung zu Großballen gebunden werden. Nach der Einlagerung der gebundenen Kleinballen können die Jäger bei der Fütterung die Kleinballen händisch manipulieren.

Teilweise können die Jäger die Ballen gleich nach der Ernte übernehmen, teilweise aber erst im Herbst.

Regional können Bauern direkt an die Jäger liefern, überregional versuchen in manchen Bundesländern (z.B. Salzburg, Steiermark) die Maschinenringe die Vermittlerrolle zu übernehmen.
Jäger sind sehr treue Kunden, die bereit sind, für qualitativ hochwertiges Grundfutter einen guten Preis zu zahlen. Daher ergeben sich hier für die Bauern langfristige gute Einkommenschancen. Außerdem verursachen Wildtiere, die mit gutem Grundfutter versorgt werden, weniger Wildschäden.

Autor: Ing. Franz Gahr

Aktualisiert am: 22.02.2013 10:34
Landwirt.com Händler Landwirt.com User