Herkunftskennzeichnung bei Milch- und Fleischprodukten

Nach dem Dioxin Skandal in Deutschland wird der Ruf nach einer Herkunftsbezeichnung bei Lebensmitteln laut. Auch die Gastronomie soll die Herkunft der Rohstoffe kennzeichnen.
Die Konsumenten wollen Klarheit über die Herkunft der Lebensmittel.
Die Konsumenten wollen Klarheit über die Herkunft der Lebensmittel.
"Der deutsche Dioxin-Skandal macht es wieder überdeutlich: Die Konsumenten wollen wissen, woher der Rohstoff stammt, der in Milchprodukten oder Fleischwaren drinnen ist. Die Gesundheitsminister der EU sind ja im Dezember vor der Großindustrie in die Knie gegangen und haben eine klare, EU-weite Regelung auf den St. Nimmerleins-Tag verschoben. Wir verlangen dringend eine Herkunftskennzeichnung bei Milch- und Fleischprodukten und appellieren an das EU-Parlament, bei dem nun der Ball liegt, Rückgrat zu zeigen und eine konsumentenfreundliche Herkunftsangabe zu beschließen. Außerdem verlangen wir eine Kennzeichnungspflicht für die Gastronomie. Denn auch dort hat der Gast das Recht zu wissen, woher sein Schnitzel stammt ", erklärte Gerhard Wlodkowski, Präsident der LK Österreich, angesichts der Verunsicherung der Konsumenten durch den Dioxin-Skandal in Deutschland.

Auf EU-Ebene soll es nämlich im Laufe des Jahres 2011 zu einer Beschlussfassung der Verbraucherinformations-Verordnung kommen. Dabei stehen speziell bei nicht oder wenig verarbeiteten Lebensmitteln wesentlich weitergehendere Kennzeichnungsvorschriften als bisher zur Diskussion.

Forderung der LK Österreich
Konkret verlangt die LK Österreich, dass bei Milch- und Fleischprodukten die Herkunft des jeweiligen Hauptrohstoffes anzugeben ist, wie dies bereits bei Rindfleisch und -erzeugnissen im EU-Recht geregelt ist. Wlodkowski: "Das muss sowohl in der derzeit diskutierten EU-Verbraucherinformations-Verordnung als auch im österreichischen Lebensmittelsicherheits- und Verbraucherschutzgesetz (LMSVG) verankert werden. "

Kennzeichnung in Gastronomie
"Wir verlangen außerdem eine Novelle der Lebensmittelkennzeichnungs-Verordnung, um für den Gast in öffentlichen Verpflegungseinrichtungen und in der Gastronomie Klarheit zu schaffen. Da ja Lebensmittel auf dem Teller bekanntlich kein Etikett mehr haben, müssen sowohl die Herkunft als auch die Produktionsweise beziehungsweise Haltungsform der wertbestimmenden Lebensmittel auf der Speisekarte oder in Aushängen verpflichtend angegeben werden ", forderte Wlodkowski weiter.

Täuschung und Irreführung verhindern
"Nach wie vor gibt es in den Verkaufsregalen Produkte, die mit rot-weiß-roten Fähnchen oder ähnlichen Zeichen den Konsumenten vortäuschen, dass auch Österreich drin ist, wo Österreich draufsteht. Doch häufig handelt es sich dabei um ausländische Rohware, die vom Verarbeiter ein österreichisches Mäntelchen umgehängt bekommt. Auch das ist dringend abzustellen ", verlangte Wlodkowski. Und weiter: "Es gibt es noch immer keine Regelung im heimischen Lebensmittelbuch zur Definition der "Irreführung " beziehungsweise der "Täuschung ", die der Behörde bei der Vollziehung eine bessere Möglichkeit bietet, aktiv dagegen vorzugehen. Daher fordern wir, dass die Produktbezeichnung "Bauern- " oder ähnlich lautende Bezeichnungen bei Lebensmitteln nur dann verwendet werden dürfen, wenn es sich auch um aus bäuerlicher Produktion stammende Lebensmittel handelt." Auch hier seien, so Wlodkowski, eindeutige Regelungen im LMSVG beziehungsweise im Österreichischen Lebensmittel-Codex zu erlassen. (AIZ)


Aktualisiert am: 26.01.2011 16:22
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