Herbstzeitlose im Grünland zurückdrängen

Die attraktiven Blüten der Herbstzeitlosen erfreuen bei einer hohen Dichte den Naturliebhaber, aber nicht den Landwirt. In einem Forschungsprojekt wurde untersucht, wie man die Herbstzeitlose zurückdrängen kann, wie giftig sie im Jahreslauf ist und ob es zu Vergiftungen bei Nutztieren kommt.
Wenn nichts gegen die Herbstzeitlose unternommen wird, verschlechtert sich die Futterqualität, und für Landwirte, die Heu verkaufen, wird es schwierig Abnehmer zu finden.
Wenn nichts gegen die Herbstzeitlose unternommen wird, verschlechtert sich die Futterqualität, und für Landwirte, die Heu verkaufen, wird es schwierig Abnehmer zu finden.
Die Herbstzeitlose tritt in extensiv bewirtschafteten, mäßig feuchten bis wechselfeuchten Grünlandflächen manchmal so stark auf, dass das Mähgut zum Teil nur mehr entsorgt werden kann. Betroffen sind v.a. Betriebe, die ihr Heu an Reitställe verkaufen, da deren Betreiber und die Besitzer der Pferde sehr sensibel auf die Herbstzeitlose reagieren. Um herauszufinden, welche Maßnahmen die Herbstzeitlose zurückdrängen und gleichzeitig die Artenvielfalt auf den Wiesen erhalten, wurde von 2007 bis 2011 ein Forschungsprojekt über Giftpflanzen im Grünland am Institut für Integrative Naturschutzforschung (BOKU) in Kooperation mit der Veterinärmedizinischen Universität Wien und einer Tierärztin durchgeführt.

Späte Mahd begünstigt die Herbstzeitlose
Etwa die Hälfte aller Feldstücke, die die Landwirte in den Interviews anführten, wurde im Rahmen von Agrarumweltmaßnahmen (ÖPUL WF oder Ökopunkte mit spezifischen Auflagen) gefördert. Die Nutzungsintensität dieses Grünlandes war vergleichsweise extensiv. Auf 82 % aller Wiesen fand der erste Schnitt frühestens im Juni statt und die Hälfte aller Wiesen und Weiden wurde entweder gar nicht oder mit maximal 20 kg N/ha/Jahr gedüngt. Die Landwirte haben bei den Befragungen angegeben, dass die fehlende Düngung zu einer deutlichen Zunahme der Herbstzeitlose geführt hat. Sie führen diese Entwicklung darauf zurück, dass die Konkurrenz durch Gräser fehlt und außerdem die Herbstzeitlose in lückigen Beständen prozentuell noch größere Anteile im Futter einnimmt.

Den gesamten Artikel können Sie in der Ausgabe 19/2012 unserer Fachzeitschrift "Der fortschrittliche Landwirt" nachlesen.

Autoren:
Von Silvia WINTER, Monika KRIECHBAUM, BOKU Wien und Remigius CHIZZOLA, Vetmeduni Wien


Aktualisiert am: 19.09.2012 23:08
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