Herbstweide – Worauf ist zu achten?

Die Herbstweide ist in vielen Regionen eine verbreitete Nutzung des letzten Grünlandaufwuchses. Damit die beweideten Grünlandflächen im darauffolgenden Jahr gute Erträge und Qualitäten liefern, sind einige Regeln zu beachten.
Werden die besonderen Vorrausetzungen bei der Herbstweide beachtet, ist diese Form der Grünlandnutzung eine gute und sinnvolle Maßnahme für die Wiese und die Tiere.
Werden die besonderen Vorrausetzungen bei der Herbstweide beachtet, ist diese Form der Grünlandnutzung eine gute und sinnvolle Maßnahme für die Wiese und die Tiere.
Die Wiese soll mit 5-7 cm (fausthoch) in den Winter gehen. Verbeißen die Tiere die Horstgräser zu tief, erfolgt eine starke Schwächung der gesamten Pflanze. Dies führt dazu, dass die Pflanzen vor dem Winter zu geschwächt sind, und kaum Reservestoffe zur Verfügung haben. Dadurch kann es zu einem verzögerten Austreiben im Frühling kommen und im schlimmsten Fall zum Absterben wertvoller Futtergräser. Lücken im Wiesenbestand, die durch abgestorbene oder geschwächte Futtergräser sowie Narbenschäden entstanden sind, bieten im Folgejahr Platz für die Entwicklung unliebsamer Pflanzen wie z.B. Ampfer, Kerbel oder Gemeine Rispe.

Portionsweide ungünstig
Damit keine Schäden an der Wiesennarbe und am Boden angerichtet werden, müssen die Weidetiere möglichst gleichmäßig auf einer größeren Fläche verteilt werden. Für die Herbstweide ist daher eine Standweide ein optimales Weidesystem. Die oft weit verbreitete Portionsweide ist gerade im Herbst schwierig zum handhaben und daher nicht zu empfehlen. Nach dem täglichen Auftrieb auf die Fläche bewegt sich die Herde geradewegs auf den frischen Streifen zu und grast diesen ab. Dabei kommt es zu einer hohen Belastung der Fläche. In diesem Bereich können sehr leicht Schäden an der Narbe und dem Boden entstehen. Ein weiterer Faktor ist, dass die Tiere meist einen Pfad zu den portionierten Streifen anlegen und es in diesem Bereich zu einer schadhaften Bodenverdichtung kommt. Da diese Trampelwege meist keinen Bewuchs aufweisen, nehmen die Tiere Erde mit den Klauen auf und verteilen diese auf dem Futter. Diese verschmutzten Bereiche werden meist gemieden oder können beim Verzehr zu Durchfällen führen.

Autor: DI Walter STARZ, LFZ Raumberg-Gumpenstein


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Aktualisiert am: 04.09.2009 12:50
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