Herbizide in Mais 2009

Das Problemfeld bei der Herbizidbekämpfung in Mais ist die Ausbreitung der glattblättrigen Hirse, die mit Triketonen nicht bekämpft werden kann. Hier werden Lösungen in Form von altbewährten Produkten und Neuheiten präsentiert.
Ohne Herbizideinsatz verkommt der Mais zum Beikraut.
Ohne Herbizideinsatz verkommt der Mais zum Beikraut.
Neuheiten 2009
Nach den sehr erfolgreichen Neuvorstellungen der letzten Jahre gibt es für das Jahr 2009 im Prinzip keine neuen Wirkstoffe, aber einige neue Packungskombinationen mit neuem Namen. Clio hat die Auflage nur jedes zweite Jahr einsetzbar zu sein, verloren. Gleichzeitig muss damit die Registrierung von Clio Super (Clio und Spectrum) auf maximal 1,5 reduziert werden. Daher gibt es heuer kein Clio Super in der Kombipackung. Im Clio Top Pack 2009 greift man auf Einzelkomponenten zurück. Clio Star (1 l/ha), eine fertige Formulierung von Clio mit Maisbanvel, ist neu. Das Netzmittel ist bereits eingebaut. Das Produkt wird voraussichtlich im Kukuruz-Pack verkauft. Die Mikado- Familie hat in Mikado AS vital mit Aspect Pro ein hirsewirksames Bodenherbizid erhalten. Darüber hinaus verbessert Wuxal P Profi die Benetzbarkeit der Unkräuter und hilft dem Mais bei Stresssituationen durch die gleichzeitige Phosphor-Blattdüngung. Durch das Auslaufen der Registrierung von Pardner wird auf das deutsche Buctril umgestellt. Pardner kann in diesem Jahr noch aufgebraucht werden. Stomp Aqua, die neue Kapselformulierung von Stomp, löst Stomp SC ab und ist im Kukuruz- Pack als Ersatz für TBZ interessant.

Anwendung im Vorauflauf
Bei der Hirsebekämpfung gibt es im Vorauflauf nur in feuchten Jahren Wirkungssicherheit. Während Dual fast nur Hirsen bekämpft, hat Spectrum auch eine gute Wirkung gegen Kamille und bessere Nebenwirkungen bei z. B. Gänsefuß oder Nachtschatten. Im reinen Vorauflaufverfahren ist es sinnvoll Stomp SC oder Merlin damit zu kombinieren, wobei letzteres besonders bei Zweizahnproblemen die einzige brauchbare Variante darstellt. Bei Merlin ist wichtig, dass der Einsatz nur vor dem Auflaufen des Maises durchgeführt werden kann. Unter feuchten Bedingungen sind auch gute Erfahrungen mit Merlin bei Ambrosia und Samtpappel zu erwarten. Die Stomp- Kombination wird sich durch beste Gänsefuß- und Ehrenpreiswirkung auszeichnen, allerdings bei Franzosenkraut schlechter sein. Ein Einsatz von Terano wäre auch im Vorauflauf möglich. Wirkungen gegen aufgelaufene Wurzelunkräuter sind aber nur im Nachauflauf möglich.

Sulfonylharnstoffe gegen Hirse
Sulfonylharnstoffe (SH)- sind seit vielen Jahren der Standard zur Hühnerhirsebekämpfung im Nachauflauf: Mit Titus (Rimsulfuron) wurde vor fast 20 Jahren ein neues und umweltfreundliches Kapitel in der Unkrautbekämpfung aufgeschlagen. Bald folgte SL 950 (Nicosulfuron) und etwas später Grid (Titus und Harmony). In den letzten Jahren kamen breiter wirksame Mittel wie Fortuna und Monsoon dazu. Die Wirkung erfolgt durch eine Hemmung der Eiweißsynthese und damit des weiteren Wachstums. Die Unkräuter verfärben sich gelb- rötlich und sterben langsam ab. Allerdings nur dann, wenn sich die Unkräuter noch nicht zu weit entwickelt haben. Ansonsten ist ein Durchtreiben von Seitentrieben möglich.
Die SH unterscheiden sich in ihren Zusatzwirkungen bei Nachtschatten, Franzosenkraut, aber auch bei Weißem Gänsefuß beträchtlich. Gegen Borstenhirsen gibt es verstärkt Probleme, besonders bei späterer Anwendung. Aber auch bei Hühnerhirse treten in manchen Gebieten Wirkungsminderungen bei oft stark begrannten Biotypen auf. Landwirte, die auch im letzten Jahr Schwierigkeiten bei der Hirsebekämpfung mit SH hatten, sollten zur Sicherheit zu Triketon- Kombinationen wechseln oder früher in Kombination mit bodenaktiven Hirsemitteln behandeln. Dabei verlieren sie allerdings die Queckenwirkung.

Autor: Dipl. Ing. Peter KLUG, Pflanzenschutzreferat der LK Steiermark


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Aktualisiert am: 20.03.2009 09:32
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