Herausforderungen für die Schweinebranche 2013

Auch 2013 kommen Herausforderungen auf die heimischen Schweinebauern zu. Die Entwicklung der Ferkel- und Mastschweinepreise ist schwerer vorauszusagen als in anderen Jahren. Aber auch Schlagwörter wie GVO-freies Schweinefleisch, Eigenversorgung mit Ferkeln oder Gruppenhaltung werden das heurige Jahr begleiten.
2013 warten wieder einige Herausforderungen auf die Schweinehalter in Österreich.
2013 warten wieder einige Herausforderungen auf die Schweinehalter in Österreich.
Die Auswirkungen der konjunkturellen Abstockung in den europäischen Sauenbeständen und die ersten Effekte der Umstellungsproblematik auf die Sauen-Gruppenhaltung werden das gesamte Jahr 2013 spürbar sein. Insbesondere in den ersten vier Monaten wird es zu einem noch deutlicheren Auseinanderklaffen zwischen Angebot und Nachfrage kommen. Das Preissteigerungspotenzial wird im ersten Quartal ähnlich hoch liegen wie im Jahr 2012. Die Entwicklungen ab April/Mai werden dann zeigen, ob nochmals eine Ferkelpreissteigerung im Vergleich zu 2012 umsetzbar ist. Viel wird davon abhängen, wie das übliche Sommertief tatsächlich ausfallen wird. Da zu dieser Zeit europaweit wieder volle Ferkelmärkte vorliegen werden, wird die Höhe der Nachfrage von immenser Bedeutung sein. Diese wiederum wird von der Stimmungslage der Mäster und damit von den in diesem Zeitabschnitt stattfindenden Preisentwicklungen bei Schlachtschweinen abhängig sein. Vieles deutet derzeit darauf hin, dass der Ferkel-Preisabschwung im Sommer 2013 in ganz Europa deutlich abgeschwächter stattfinden könnte. Sollte dies tatsächlich umsetzbar sein, läge das Potenzial für den Jahres-Durchschnittspreis bei weiteren 4 bis 5 Euro je Ferkel.

Schlachtschweinemarkt 2013
Die Schweinemast startet trotz überraschender Preiseinbußen gegen Jahresende mit einem leicht besseren Preisniveau als in den letzten Jahren in das aktuelle Jahr 2013. Die Aussichten auf feste Preise und eine insgesamt stabile Marktentwicklung am globalen Markt schätzen die Experten hoch ein. Die EUKommission hat die erwarteten Produktionsrückgänge in der EU zuletzt ständig nach oben korrigiert. Derzeit liegt die Prognose bei -3,1 %, wobei einzelne Länder, wie z.B. Frankreich, deutlich über diesem Wert eingeschätzt werden. Die Gründe liegen im massiven Kostendruck in der Produktion sowie in den Auflagen für die Gruppenhaltung bei Sauen.
Übliche jahreszeitliche Schwankungen und Verwerfungen durch kurzfristig auftretende Effekte werden aber auch 2013 stattfinden. Besondere Besorgnis für die nähere Zukunft löst die Tatsache aus, dass die europäische Schlacht- und Verarbeitungsindustrie unter massivem wirtschaftlichen Druck leidet und die Gefahr von Liquiditätsengpässen ständig präsent ist. Der Kampf um die Margen wird in solchen Situationen noch härter geführt werden. Die Versuche, Preissteigerungen zu verhindern und Preisrückgänge zu initiieren, werden seitens der Industrie weiter zunehmen. Unser Referenzmarkt Deutschland könnte davon besonders betroffen sein.

Autor: DI Johann STINGLMAYR, Geschäftsführer VLV-Ferkelring und VÖS-Koordinator für Recht und Politik, Wels

Den gesamten Artikel mit weiteren interessanten Einschätzungen zum Jahr 2013 können Sie in der Ausgabe 2/2013 des "Fortschrittlichen Landwirts" nachlesen. Gratis Probeheft bestellen.

Weitere Themen in dieser Ausgabe:
  • Rapsextraktionsschrot in der Ferkelaufzucht: Ohne Probleme einsetzbar?
  • Abferkelbucht 2033: Was erwartet uns?
  • Neuheiten und Highlights

Aktualisiert am: 06.01.2013 09:09
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