Heimisches Eiweiß füttern

Import-Soja durch heimische Eiweißprodukte zu ersetzen, so lautet das definierte Ziel im Rahmen der Eiweißstrategie des Bayerischen Ministeriums. Dass sich der eigene Anbau auch im Vergleich zu den kostengünstigen Alternativen aus Übersee rechnet, zeigte der Praktikertag der LfL in Grub, den Landwirtschaftsminister Helmut Brunner eröffnete.
Ein weiterer Schritt in Richtung Unabhängigkeit vom Eiweißimport wurde gemacht. Der Landwirtschaftsminister Helmut Brunner drängt auf eine stärkere Verwendung von heimischem Rapsschrot als Futtermittel für landwirtschaftliche Nutztiere. „Wir müssen alle Möglichkeiten ausschöpfen, um unabhängiger von Futtermittel-Importen aus Übersee zu werden“, sagte der Minister auf einem „Praktikertag für Rinderhaltung“ an der Landesanstalt für Landwirtschaft in Grub. Jüngsten Erhebungen der Landesanstalt zufolge könnten in der bayerischen Rinderhaltung die Soja-Importe aus Übersee rechnerisch vollständig durch Raps ersetzt werden. Die Versuche in Grub hätten gezeigt, dass der Ersatz von Soja durch Raps zu keinerlei Leistungseinbußen führt. Und zudem wäre ein Umstieg laut Brunner angesichts der derzeitigen Sojapreise für die Landwirte sogar kostengünstiger. „Rapsschrot muss bei der Deckung des Eiweißbedarfs in der Tierfütterung künftig eine bedeutendere Rolle einnehmen“, sagte der Minister. Ebenso wichtig sei es aber, den Anbau anderer Eiweißpflanzen wie Kleegras zu steigern. Viele Milchviehhalter setzen laut Brunner bereits auf leistungsfähige Grünlandbestände als beste und kostengünstigste Eiweißquelle.

Eiweißstrategie
Der Minister hatte 2011 ein Aktionsprogramm „Heimische Eiweißfuttermittel“ gestartet und damit bundesweit eine Vorreiterrolle übernommen. Ziel ist es, die Eigenversorgung der bayerischen Bauern mit Eiweißfuttermitteln spürbar voranzubringen und Importe zu verringern. Für Brunner ist dies nicht nur ein Beitrag zur Erzeugung gentechnikfreier Lebensmittel. Der Eigenanbau verbessere zudem die Versorgungssicherheit für die Landwirte, stärke regionale Wirtschaftskreisläufe und diene dem Klimaschutz. Rund zwei Millionen Euro hat der Minister für das Programm bereits bereitgestellt, weitere rund 1,8 Millionen Euro sind für die nächsten beiden Jahre eingeplant. Derzeit sind die bayerischen Bauern noch auf den Import von jährlich 800 000 Tonnen Sojaschrot aus Übersee als Futter für Rinder, Schweine und Geflügel angewiesen.


Autor: Lena Adlhoch
Aktualisiert am: 28.02.2013 11:41
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