Heimische Rinderzüchter trotzen der Krise

Trotz Exportrückgängen und der unbefriedigenden Situation auf dem Milchmarkt trotzen die österreichischen Rinderzüchter durch harte Arbeit und unterstützt von der ZAR und den Verbänden der Krise. Das betont der Obmann der Zentralen Arbeitsgemeinschaft Österreichischer Rinderzüchter, Anton Wagner.
ZAR-Obmann Anton Wagner: "Die erfolgreiche Zusammenarbeit mit den Ministerien, Landesregierungen, Landwirtschaftskammern und den Verbänden ist eine gute Basis für das kommende Jahr.“
ZAR-Obmann Anton Wagner: "Die erfolgreiche Zusammenarbeit mit den Ministerien, Landesregierungen, Landwirtschaftskammern und den Verbänden ist eine gute Basis für das kommende Jahr.“
Bisherige Daten würden für das auslaufende Jahr auf einen klaren Rückgang der Zuchtrinderexporte hinweisen, bei den Versteigungen seien die Preise bis Oktober über alle Rassen hinweg mit insgesamt 13 % sehr stark gesunken. Auch der Milchpreis sei im Oktober mit 26,51 Cent (ab Hof, exkl. USt. bei 3,7 % Fett und 3,4 % Eiweiß) weit unter dem Niveau des Vorjahres (36,26 Cent) gelegen, was zur weiteren Anspannung auf dem Zuchtviehmarkt beitrage, so Wagner.

Messen zum Ankurbeln des Exportes
2010 stehen daher jene Initiativen im Vordergrund, die die Zuchtrinderexporte wieder ankurbeln, kündigt ZAR-Geschäftsführer Franz Sturmlechner an. So werden wieder 25 Messen beschickt, unter anderem die "Eurotier " in Hannover, der "Goldene Herbst " in Moskau und die "Fieragricola " in Verona. Diverse Bildungsmaßnahmen sowie innovative Forschungsprojekte werden fortgeführt. Die ZAR hat sich auch 2009 massiv für die flächendeckende Impfung gegen die Blauzungenkrankheit eingesetzt. Entscheidungsgrundlage dafür waren wissenschaftliche Studien sowie eine gesetzliche Kostenübernahme durch den Bund. Ebenso war die Rinderzucht in die Verhandlungen zur Novellierung des Bewertungsgesetzes eingebunden. Ihr Ziel ist die Erhaltung der Einheitswerte sowie des Pauschalierungssystems. Zu den klassischen Aufgaben der ZAR zählen die Herdebuchführung, die Zuchtwertschätzung und die Koordination der Leistungsprüfung. Das internationale Zuchtviehmarketing und der Bereich Forschung wurden in den vergangenen Jahren zu zentralen Bestandteilen. Das "Gesundheitsmonitoring.Rind " wurde dabei in Mitteleuropa zu einer Vorzeigemaßnahme moderner Tierzucht.

Maßnahmen zur Verbesserung des Herdenmanagements
Seit Herbst 2008 hat sich die ZAR auch verstärkt der Weiterbildung von Züchtern, Funktionären und vor allem Jungzüchtern angenommen. Die Projekte "Jungzüchterprofi ", "LKV-Herdenmanagement mit Gesundheitsmonitoring " und die "Bildungsoffensive Rinderzucht " wurden überaus positiv angenommen und sollen daher bis 2011 fortgesetzt werden. Im Rahmen dieser Reihe wurde das "Handbuch für den erfolgreichen Rinderzüchter " aufgelegt. Gemeinsam mit den bayerischen Rinderzüchtern ist ein Online-Anpaarungsprogramm in Entwicklung und schließlich wird im Herbst 2010 der Online-Futterrationsberechner in Betrieb gehen, kündigten Wagner und Sturmlechner an.

Bekenntnis zu Finanzmitteln für kleinstrukturierte Familienbetriebe "Die erfolgreiche Zusammenarbeit mit den Ministerien, Landesregierungen, Landwirtschaftskammern und den Verbänden ist eine gute Basis für das kommende Jahr. Um unseren Rinderzüchtern entsprechende Perspektiven vermitteln zu können, bedarf es jedoch eines klaren Bekenntnisses zur finanziellen Unterstützung der kleinstrukturierten heimischen Familienbetriebe. Dieses Bekenntnis und die entsprechenden Taten fordern wir von Bund und Ländern ", so der Obmann abschließend. (aiz)


Aktualisiert am: 17.12.2009 11:29
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