Heimische Rinderproduktion bis 2010 leicht rückläufig

Die österreichische Rinderproduktion wird heuer nur leicht sinken, und zwar um 0,3%. Auch für das Jahr 2010 wird ein weiterer Rückgang im Ausmaß von 0,4% erwartet. Dies geht aus der jüngsten Prognose der Bundesanstalt für Agrarwirtschaft unter Berufung auf die Viehzählung vom Dezember 2008 hervor.
Konkret wird für 2009 mit einer Bruttoeigenerzeugung an Großrindern von rund 590.000 Stück gerechnet (-0,6% gegenüber 2008). Die Kälberproduktion wird voraussichtlich bei 129.000 Stück liegen (+1,1%),
Die Bundesanstalt für Agrarwirtschaft geht davon aus, dass die österreichische Rinderproduktion 2009 und 2010 leicht zurückgehen wird.
Die Bundesanstalt für Agrarwirtschaft geht davon aus, dass die österreichische Rinderproduktion 2009 und 2010 leicht zurückgehen wird.
das ergibt in Summe eine Bruttoeigenerzeugung von rund 719.000 Stück. Für 2010 wird ein weiterer Rückgang dieser Zahl auf 716.000 Stück erwartet, davon sollen 588.000 auf Großrinder entfallen (-0,3%) und 128.000 Stück auf Kälber (-0,8%).

Mehr Milchkühe, weniger Mutterkühe
Der österreichische Gesamtrinderbestand betrug zum Stichtag 01.12.2008 rund 1,997 Mio. Stück und ist damit im Jahresabstand um 0,1% gesunken. Die einzelnen Kategorien entwickelten sich im Jahresabstand teilweise unterschiedlich: Die Anzahl der Kälber stieg insgesamt auf rund 636.000 Stück, wobei die Schlachtkälber um 20,5% zunahmen und die Zucht-/Nutzkälber um 6,5% (männliche) beziehungsweise 1,1% (weibliche) abnahmen. Die Anzahl der Rinder mit ein bis unter zwei Jahren verringerte sich um 1,3% auf rund 431.000 Stück. Die Gruppe der über zweijährigen Tiere blieb mit rund 929.000 Stück fast gleich. Dabei erhöhte sich der Bestand an männlichen Rindern um 0,9%, bei den Kalbinnen ergab sich ein Minus von 0,5%. Die Anzahl der Kühe stieg erstmals wieder seit 2005, und zwar um 0,1% auf 796.700 Stück, wobei die Milchkühe seit Langem wieder zunahmen (um +0,1% auf 530.000 Stück). Die Mutter- und Ammenkuhanzahl sank um 1,8% auf rund 266.000 Stück. Zum Erhebungs-Stichtag wies die AMA-Datenbank 75.194 Rinderhalter aus, das entspricht gegenüber dem Vorjahr einem Rückgang von 2,9%.

2008 mehr Großrinder geschlachtet
Im Jahr 2008 wurden in Österreich nach Berechnungen der Bundesanstalt etwa 610.000 Großrinder geschlachtet. Das bedeutet gegenüber 2007 einen Anstieg um 3,6%. Der Import lebender Schlachtrinder erhöhte sich laut vorläufigen Werten (Hochrechnung) um markante 34,3% auf rund 56.200 Stück. Die Importe von Rindfleisch und Verarbeitungsprodukten stiegen um 20,2% auf umgerechnet 73.000 Stück. Die Einfuhren von Zucht- und Nutzrindern nahmen um 70,2% auf 36.000 Stück zu. Die Exporte lebender Schlachtrinder stiegen 2008 um 25,3% auf rund 6.500 Stück. Bei den Ausfuhren von Rindfleisch und Verarbeitungsprodukten kam es zu einem Anstieg um 13,1% auf umgerechnet 296.300 Stück. Die Zucht- und Nutzrinderausfuhren konnten um 4,2% auf rund 69.000 Stück gesteigert werden. Umgerechnet importierte Österreich 2008 laut vorläufigen Zahlen in Summe 165.100 Stück und exportierte 371.800 Tiere, womit der Exportüberhang 206.700 Stück betrug. Die vorläufige Bruttoeigenerzeugung an Großrindern betrug somit laut Berechnungen der Bundesanstalt 593.700 Stück und lag damit um 0,7% unter jener von 2007.

Kälberschlachtungen um 6% geringer
Die Kälberschlachtungen wurden im Jahr 2008 um 6,2% auf rund 80.700 Stück verringert. Der Import von Schlachtkälbern nahm um 51,1% auf 8.900 Stück zu. Die Einfuhren von Kalbfleisch erhöhten sich um 11,2% auf rund 45.700 Tiere. Bei den Importen von Zucht- und Nutzkälbern kam es zu einem Zuwachs um 21,5% auf rund 870 Stück. Die Ausfuhren an Schlacht-, Zucht- und Nutzkälbern verzeichneten in Summe einen Anstieg um 2,6% auf etwa 56.600 Stück. Für 2008 ergibt sich daraus eine vorläufige Bruttoeigenerzeugung an Kälbern von 127.600 Stück. Das entspricht gegenüber 2007 einem Minus von 5,2%.

(aiz)


Aktualisiert am: 19.03.2009 11:50
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