Hardi Master Pro: Reifer Klassiker (Praxistest)

Hardi ist weltweit ein Pflanzenschutzspezialist. Die Anbauspritzen der Serie Master sind seit 1997 im Programm. Was diese Spritze heute noch drauf hat verrät Ihnen dieser „Landwirt-Praxistest“.

Der hydraulische PRO-Balken ist stabil, gut geführt und hat einen gut funktionierenden Pendelausgleich. Die Transportbreite beträgt nur 2,5 m.
Der hydraulische PRO-Balken ist stabil, gut geführt und hat einen gut funktionierenden Pendelausgleich. Die Transportbreite beträgt nur 2,5 m.
Hardi hat in den letzten Jahren den Entwicklungsfokus auf das gezogene Spritzenprogramm geworfen. Daneben wurden natürlich auch alle anderen Spritzenserien wie zB die von uns getestet Anbauspritze der Serie Master immer wieder den aktuellen Erfordernissen angepasst. Im November letzten Jahres verkaufte Auriga Industries A/S die Hardi International A/S an das französische Unternehmen EXEL Industries. Durch diese Fusion entstand der weltweit größte Anbieter von Pflanzenschutztechnik.

Stabiler Rahmen, ideale Behälterform
Die Master-Spritze von Hardi hat einen stabilen Stahlrahmen mit niedrigem Schwerpunkt, der so geformt ist, dass das Gewicht möglichst nahe zum Traktor kommt. Der Anbau an den Traktor ist für beleibtere Fahrer bei modernen Pflanzenschutzgeräten üblicherweise schwierig. Man findet kaum Platz zwischen Gerät und Traktor für das ankuppeln der Hydraulikschläuche, der Gelenkwelle und der Stromversorgung. Dazu bietet Hardi einen Schnellkuppelrahmen an. Dieser so genannte QuickHitch-Kuppelrahmen ist für Kategorie II ausgelegt und ist ein integrierter Bestandteil des Rahmens. Grundsätzlich ist das eine gute Möglichkeit den Anbau solcher Geräte sicherer und einfacher zu machen, wären da nicht viele Hydraulikschläuche, Betätigungsseile und Stromkabeln. Man muss höllisch aufpassen, dass beim Ankuppeln nichts eingequetscht wird. Die Abstellstützen sind klappbar ausgeführt. Auf Wunsch gibt es Transportrollen.
Der Behälter wird in drei Größen angeboten: 800, 1.000 oder 1.200 Liter Nenninhalt. Das Fass unseres Testkandidaten hatte einen Nenninhalt von 1.200 Liter und fasste maximal 1.320 Liter. Der Polyethylen-Behälter hat einen tief gezogenen Ansaugsumpf, ist ballonförmig, hat keinen Schlauchtunnel und kaum Ecken. Das sind gute Voraussetzungen für effektives rühren. Der Behälter hat nur einen Einfülldom, was die Innenreinigung erschwert. Da Hardi die Master-Serie aber schon in der Grundausstattung mit einer Innenreinigungsdüse ausrüstet, stellt das für den gewissenhaften Praktiker – reinigen sofort nach Gebrauch - kein Problem dar. Der Einfülldom ist über zwei Trittstufen gut und sicher erreichbar.

Starkes Herz
Hardi setzt seit Firmengründung auf die Membranpumpe, die speziell für die Ausbringung von Pflanzenschutzmittel und Flüssigdünger entwickelte wurde. Die Membrane trennt die Spritzflüssigkeit von allen beweglichen Teilen der Pumpe. Membranpumpen sind selbstansaugend, trockenlaufsicher und wartungsfreundlich. Die Membranpumpe unseres Testkandidaten hatte eine Nennleistung von 194 l/min. Die Pumpe ist am hinteren Rahmen montiert. Das ermöglicht eine gute Zugänglichkeit für die Wartung und hat obendrein den Vorteil, dass beim Hochheben der Maschine die Gelenkwelle nicht so stark abgewinkelt wird.
Wartung und Zugänglichkeit des Testkandidaten wurden vom Testteam durchwegs gelobt. Dazu zählt zB, dass sich der Saugfilter bei Bedarf auch bei gefülltem Spritztank problemlos ausbauen lässt.

Fazit: Gut aber verbesserungsfähig
Die Master-Pro-Spritze von Hardi ist äußerst kompakt gebaut, einfach zu bedienen und exakt in der Ausbringung. Auf dem Prüfstand der Bildungswerkstatt Mold machte sie zwar keinen „Master“-lichen Eindruck, erfüllte aber alle Werte der ÖAIP (Österreichische Arbeitsgemeinschaft für integrierten Pflanzenschutz) anstandslos.
Das Design der Master-Spritze zeigt, dass sie zwar ständig weiterentwickelt wurde, aber nicht alle Dinge wie zB Einspülschleuse, Handwaschbehälter etc. vollkommen integriert sind.
Der Spritzbalken lässt sich in Transportstellung auf 2,5 m zusammenklappen. Pendel- und Hangausgleich, sowie die geschützte Unterbringung des serienmäßigen Dreifach-Düsenstockes erhielte viel Lob vom Testteam.

Autor: Ing. Johannes PAAR, Bad Blumau


Aktualisiert am: 23.09.2008 14:19
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