Handelskonzern Morrisons wird landwirtschaftlicher Großunternehmer

In Großbritannien steigt die Einzelhandelskette Morrisons aktiv in die Landwirtschaft ein und baut zwei Versuchsbetriebe auf. Zusätzlich soll gezielt die angewandte Agrarforschung gefördert werden.
In Zusammenarbeit mit Forschungseinrichtungen und dem nationalen Bauernverband (NFU) entwickelte das Unternehmen ein Agrarprogramm, das die Nachhaltigkeit und Effizienz der britischen Farmen verbessern soll. Dazu wird Morrisons das schottische Adelsgut Dumfries House mit 280 ha Nutzfläche bewirtschaften. Auf der Farm will der Handelskonzern Rinder- und Schafzucht sowie Futterbau betreiben. Eine zweite Farm in Südostengland soll in Kürze folgen.

Transparentes Farming
Nach eigenen Angaben verfolgt Morrisons mit seinem Agrarprogramm drei wesentliche Ziele:
Erstens macht die Handelskette die Betriebsdaten seiner Farmen als Beispiele guter Praxis öffentlich. So steigert die Effizienz der britischen Farmen.
Zweitens sollen "Morrisons Farmer Gruppen" für Milchvieh-, Rinder- und Geflügelhalter den Dialog innerhalb der Versorgungskette intensivieren.
Drittens finanziert der Konzern gezielt Projekte der angewandten Agrarforschung.

Weite Unterstützung
Der Präsident des schottischen Bauernverbandes (NFU Scotland), Jim McLaren, sieht in dem Projekt die Gelegenheit, das Verständnis zwischen Landwirtschaft und Einzelhandel weiter zu entwickeln. Auch NFU-Präsident Peter Kendall begrüßte die Initiative und sagte die Unterstützung seines Verbandes zu.
Morrisons erzielte im Jahr 2008 einen Umsatz von umgerechnet 17 Mrd. Euro und ist die viertgrößte Einzelhandelskette in Großbritannien.


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Aktualisiert am: 02.07.2009 19:34
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