Handel erhöht Druck auf Bio-Milchbauern

Kategorien zum Thema: Bio Top Agrarpolitik Rinder Milchmarkt
Handelsketten schrauben die Standards ihrer Marken weiter hinauf. Drastisch bekommen das gerade die Bio-Milchbauern zu spüren.

Handelsketten verschärfen die Auflagen für Milchviehbetriebe. Ab Mitte 2018 gilt für ZZU-Kühe 365 Tage Auslauf.
Handelsketten verschärfen die Auflagen für Milchviehbetriebe. Ab Mitte 2018 gilt für ZZU-Kühe 365 Tage Auslauf.

Der Handelskonzern Hofer/ALDI ist einer der größten Verkäufer von österreichischer Bio-Milch. Noch weit vor dem Vertragsende 2020 bekommen die Milchlieferanten eine Richtlinienverschärfung aufgebrummt, die vor allem die Kleinbauern mit Kombinationshaltung in den Berggebieten zu spüren bekommen. Täglicher Auslauf wird ab Mitte dieses Jahres gefordert. Was zur der Weidezeit selbstverständlich ist, wird während der Winterfütterungszeit zu einer erheblichen Arbeitsbelastung.

Hohe Kosten für Bergbauern
Zurück-zum-Ursprung ist nur ein Akteur im Richtlinienlizitieren, aber dessen Lieferanten sind nun einmal nur aus den Berggebieten und deshalb vermehrt mit den entsprechenden Problemen bei der Umsetzung konfrontiert. Ab 2022 wird ohnehin jeder Kuhhalter gesetzlich für regelmäßigen Auslauf sorgen müssen. Sollten die Handelsketten darüber hinaus die temporäre Anbindung ganz abschaffen wollen, kommen hohe Investitionskosten auf alle kleinstrukturierten Betriebe zu. Gerade unter den extremer gelegenen und kleineren Bergbauern ist die zeitweilige Anbindung überwiegend noch Stand der Dinge. Je steiler das Gelände, je kleiner der Betrieb, desto weniger rechnen sich die teuren Investitionen für Stallplatz, Auslauf und Güllesystem.
Besonders wirkt sich die neue Auflage in den Gebieten Murau und in Tirol aus, da dort die sehr kleinen Heumilchbetriebe stark vertreten sind. Als Ausgleich für den Mehraufwand wird den Tiroler Lieferanten vorerst eine Prämie von 1.600 € je Betrieb geboten. Die Murauer Lieferanten werden 2 Cent/kg Milch dazubekommen. Zurück-zum-Ursprung betont, für möglichst alle betroffenen Betriebe, gemeinsam mit den Beratungseinrichtungen finanzierbare Übergangslösungen zu erarbeiten. ZZU agiert hier nicht alleine. Schon seit dem Vorjahr stellt die Konkurrenzmarke Ja Natürlich! nach und nach ihre Milchpalette auf 365 Tage Freilauf und Laufstall um.

Den gesamten Artikel lesen Sie in der Ausgabe 4/2018 von LANDWIRT Bio. Bestellen Sie hier ein Probeheft.


Aktualisiert am: 29.06.2018 09:21
Weitere Artikel

Wurzelunkräuter mit Breitscharhobel bekämpfen

Um Wurzelunkräuter gut bekämpfen zu können, hat ein steirisches Unternehmen ein Gerät entwickelt, das bisher hierzulande noch eher unbekannt ist: den Breitscharhobel;

Bio Austria Obfrau Getraud Grabmann: Mehr Wertschöpfung für Lebensmittel

Der Lebensmitteleinzelhandel in Österreich nutze seine starke Position aus, erklärt Bio-Austria-Obfrau Gertraud Grabmann. Die Höhe der Erzeugerpreise auf diese Marktmacht zu reduzieren greife aber zu kurz.

„Der Lebensmitteleinzelhandel hat BIO groß gemacht“

Zweistellige Zuwachsraten hat die österreichische Supermarktkette Spar bei Bio-Lebensmitteln. Das liege auch am günstigen Preis, erklären Unternehmenssprecherin Nicole Berkmann und Sortimentsmanager Thomas Panzl im LANDWIRT Interview.

Bio-Milchmarkt bleibt aufnahmefähig

Die Anlieferung von Biomilch ist 2018 gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Der Markt nimmt diese Mehrmengen aber auf.

Bio Austria: Richtpreise für Futtergetreide

Der Markt für Bio-Futtergetreide ist unter Druck. Es ist genügend Ware verfügbar. Zur leichteren Einschätzung gibt Bio Austria Richtpreise vor.

Bio-Feldtage eindrucksvoll

Biolandbau lässt das Nischendasein hinter sich. Kein Zufall, dass auf dem Esterhazy-Gut Seehof zwei Tage lang der Bio-Landbau seine Leistungsschau abfeiert. Mehr als 30% der Flächen sind in der Ackerbauregion Nordburgenland schon auf Bio umgestellt.

Klimawandel verlangt Anpassung

Der Klimawandel ist eine Tatsache. Deshalb werden 20 Regionen jetzt mit öffentlicher Unterstützung aktiv.

Bio-Eier: Erzeuger in Deutschland gesucht

Bio-Eier liegen nach wie vor im Trend. Neue Erzeuger sind aber nur im Süden Deutschlands gesucht. Bio-Geflügelfleisch wird immer beliebter, bleibt aber vorerst ein Nischenmarkt. Wer überlegt umzusteigen, muss sich zuerst um die Abnehmer kümmern.

Bio-Getreidemarkt unter Druck

Noch im Herbst sprachen viele Marktbeobachter von zu wenig Bio-Getreide. Mittlerweile hat sich gerade bei Futtergetreide das Blatt gewendet.

Bio-Milch: Das Angebot wächst

Bio-Milch boomt. 2017 lieferten Österreichs Milchbauern um 11 % mehr Bio-Milch als im Jahr zuvor, Bauern in Deutschland sogar um 18 %. Bei vielen Molkereien gibt es deshalb derzeit Wartelisten für Umsteiger.
mehr

Bio wächst... Und was machen die Preise?

Bio wächst. Der deutsche Bio-Markt hat 2017 die 10-Milliarden-Euro-Marke geknackt. In Österreich wird jeder vierte Hektar biologisch bewirtschaftet. Wie sich das auf die Erzeugerpreise auswirkt, haben wir in in LANDWIRT Bio zusammengestellt.

Fragen zur Vor-Ort-Kontrolle

Darf ich eine Vor-Ort Kontrolle aus Zeitmangel verweigern? Wie lange muss ich meine Aufzeichnungen aufbewahren? Wir haben bei der AMA nachgefragt.

Hackgeräte: Entspannter hacken dank Kameras

Mit Kameras wird das Hacken von Reihenkulturen exakter und für den Fahrer entspannter. Außerdem kann auch in der Nacht gehackt werden. Doch die Unterschiede der kameragestützten Lenkungen sind groß.

Ein Bio-Stall für Mastschweine

Schweine ohne Spaltenboden? Chaos! Schweine auf Stroh? Mist im Stall! Das waren meine Vorurteile. Bis ich selbst einen Bio-Schweinestall baute …

Bio-Markt bleibt positiv

Durchwegs positiv entwickeln sich die Bio-Märkte. Vor allem die Nachfrage nach Bio-Futtergetreide ist groß. Bio-Milch verzeichnete im Vorjahr ein Produktionsplus von über 10 Prozent.

Bio Zuckerrübe gefragt

Die Agrana will in Österreich die Biorübenfläche deutlich ausweiten. Die Konditionen sind dementsprechend gut. Lesen Sie mehr.

Angebote für Bio Rübenbauern

Die Agrana macht deutlich, dass sie die Rübenanbaufläche erweitern will. Dazu gibt es diverse Aktionen und Vergünstigungen, die den Landwirten den Anbau versüßen sollen.

Höhere Milchanlieferung führt zu Preisrückgang

Berglandmilch und NÖM reduzieren ihren Erzeugermilchpreis ab 1. März um 1 Cent/kg Milch. Der Appell an die Milchbauern lautet: Anlieferung rasch und deutlich verringern.

Jetzt mitmachen beim Open Bauernhof

Die Jungbauernschaft lädt zum Tag der offenen Bauernhoftür, Betriebe können sich bis 18. März anmelden. Schon zum dritten Mal soll die Aktion Konsumenten und Landwirte näher zusammenbringen.