Hagelversicherung: Täglich wird ein Bauernhof verbaut

Studie bestätigt: Bodenverbrauch auch für Klimaschutz problematisch. Täglich verschwinden in Österreich 15 Hektar Boden für Bau- und Verkehrsflächen. Das ist die Fläche eines durchschnittlichen heimischen Bauernhofes bzw. entspricht 20 Fußballfeldern.
Wenn Tag für Tag große Flächen des CO2-Speichers Boden versiegelt werden, wird der Klimawandel weiter beschleunigt. Es verringert sich die Bodenfläche für die Bindung von Treibhausgasen, im Zuge der Bauarbeiten werden zusätzliche Treibhausgase freigesetzt und die Straßenbenutzung sowie die industrielle Nutzung von Gebäuden erzeugen abermals Treibhausgasemissionen. Wenn man den derzeitigen Flächenverbrauch für ein ganzes Jahr hochrechnet, entspricht dieser der gesamten Ackerfläche der Bundeshauptstadt Wien und in 20 Jahren in etwa der ganzen Ackerfläche des Burgenlandes.

Nicht die Zukunft verbauen
Österreich ist stark zersiedelt. Ein Grund dafür ist die falsche Annahme, dass billige, leicht verfügbare fossile Energieträger ohne nachteilige Folgen auch weit in die Zukunft hinein für unser Leben und Wirtschaften genützt werden können. Tatsache ist, dass die Energieversorgung in unseren Breiten derzeit vor allem durch Energieimporte abgedeckt wird.
Die Zersiedelung ist konsequent zu unterbinden, weil damit klimarelevante Konsequenzen verbunden sind: eine hohe Autoabhängigkeit durch weite Strecken, ein enormer Einsatz fossiler Energieträger, ein ungerechtfertigter hoher Verlust an landwirtschaftlich genutztem Boden, der Niedergang der Nahversorgung, eine Geringschätzung des Bodens als bedeutende Energie- und Rohstoffquelle der Zukunft und hohe Infrastrukturkosten für Errichtung, Pflege, Reparatur und Erneuerung.
Sparsamer Bodenverbrauch sorgt für effizienten Energieeinsatz, mehr Lebensqualität für jeden Einzelnen und hat positive Effekte für den Klimaschutz.

Alpenkonvention: Protokoll Bodenschutz gewissenhaft umsetzen
Fest steht weiter, dass die Böden der Alpen durch den Klimawandel stark gefährdet sind und deshalb besonderen Schutz verdienen. Mit dem Protokoll Bodenschutz der Alpenkonvention - das in Österreich seit 2002 in Kraft ist - ist eine solche Verpflichtung zum Bodenschutz bereits festgeschrieben. Das Protokoll Bodenschutz enthält in 28 Artikeln Grundsätze, die langfristig die ökologischen Bodenfunktionen qualitativ und quantitativ sichern sollen sowie sparsamen Umgang mit dem Boden einfordern. Bemerkenswert dabei ist, dass es bereits mehr als zwei Dutzend Bescheide gibt, in denen heimische Gerichte und Verwaltungen zu vermehrtem Schutz des Bodens drängen.


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Aktualisiert am: 16.05.2008 08:13
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