HORSCH Leeb PT 330 mit BoomControl

Horsch wird auf der Agritechnica 2013 erstmals eine selbstfahrende Pflanzenschutzspritze zeigen. Das besondere Highlight dabei ist die neuartige Gestängesteuerung BoomControl.
Neuer Horsch Selbstfahrer für den Pflanzenschutz.
Neuer Horsch Selbstfahrer für den Pflanzenschutz.
Die Entwicklung für diesen Selbstfahrer hat vor fünf Jahren begonnen. Geschäftsführer Michael Horsch erstellte dafür ein klares Anforderungsprofil: 60 km/h auf der Straße, 30 km/h auf dem Acker und für eine möglichst geringe Abdrift ein Zielflächenabstand von 30 cm.
Die Geschwindigkeitsvorgaben waren für die Entwicklung kein Problem. Die dafür notwendige Leistung von 330 PS stellt ein 6 Zylinder-Motor von Mercedes zur Verfügung. Ein hydraulisches Antriebskonzept mit langsam laufenden Radmotoren, Allradantrieb, Differentialsperren, hydraulischer Einzelradfederung etc. waren auch keine große Herausforderung.
Eine ruhige Fahrt lässt sich mit einer breiten Spur und mit einer mittig zwischen den Achsen angeordneten Kabine erreichen. Die Spur kann hydraulisch von 2,2 bis 3,0 m verstellt werden. Für den Einsatz in Reihenkulturen lässt sich das Fahrwerk auf maximal 1,6 m Höhe anheben.

Horsch hat für seinen Selbstfahrer die völlig neue Gestängeführung BoomControl entwickelt.
Horsch hat für seinen Selbstfahrer die völlig neue Gestängeführung BoomControl entwickelt.
BoomControl – das Highlight
Die größte Herausforderung für die Entwicklungsleute war es, eine exakte Gestängeführung bei den hohen Spritzgeschwindigkeiten zu gewährleisten.
BoomControl soll dies möglich machen: Diese Art der aktiven Gestängeführung ist einzigartig, patentiert und der Grundstein für eine Applikation mit geringem Abstand zur Zielfläche. Eine genaue Anpassung des Gestänges an die Feldkontur ist erstmals durch die absolute Entkoppelung des Gestänges vom Chassis möglich. Durch diese Entkoppelung werden Wankbewegungen des Trägerfahrzeuges nicht in das Gestänge eingeleitet. Die Verstellgeschwindigkeit der Konturanpassung geschieht auch unter schwierigsten Bedingungen sehr schnell. Dadurch wird eine feintropfige Applikation mit geringem Abdriftrisiko erst möglich. Störende Einflüsse wie Wind und Thermik können so minimiert werden.

Ein extrem schnelles Hydraulikventil und eine neue Steuerungssoftware mit Gyroskopsensorik steuern das Gestänge.
Ein extrem schnelles Hydraulikventil und eine neue Steuerungssoftware mit Gyroskopsensorik steuern das Gestänge.
Die Technik
Das Gestänge ist reibungsfrei nahe am Schwerpunkt aufgehängt. Somit haben Zentrifugalkräfte, wie sie z.B. bei Kurvenfahrten auftreten, praktisch keinen Einfluss auf die Gestängelage. Durch die freie Aufhängung und die Trägheit des Gestänges bleibt dies stabil in der Ausgangslage auch bei unruhiger Fahrt. Um das frei aufgehängte Gestänge auch im Gelände führen zu können, wurde eine Steuerung entwickelt, die es zulässt, gezielt Kräfte ins Gestänge einzuleiten, um das Gestänge an die Geländekontur anzupassen. Trotz der Einleitung der Kraft mittels zweier Hydraulikzylinder ist es gelungen, das Gestänge frei zu lassen. Dies wird erreicht, indem das Verstellelement den Bewegungen des Trägerfahrzeugs in Echtzeit folgt und somit keine störenden Kräfte in das Gestänge eingeleitet werden. Bei einer notwendigen Gestängeanpassung drückt das Stellelement mit einem definiert berechneten Weg auf ein Elastomerelement und beschleunigt das Gestänge rotatorisch. Kurz vor Erreichen der gewünschten Lage wird das gegenüberliegende Elastomerelement gedrückt und die rotatorische Bewegung abgebremst. Während dieser Verstellung wird ständig die Lage des Verstellzylinders gemessen und eingehalten, so dass Wankbewegungen der Maschine auch während der Verstellung kompensiert werden. Möglich wurde diese Verstelltechnik durch den Einsatz eines extrem schnellen proportionalen Hydraulikventils und der Neuentwicklung einer neuen Steuerungssoftware mit Gyroskopsensorik.


Zur Homepage von HORSCH

Aktualisiert am: 24.09.2013 09:59
Landwirt.com Händler Landwirt.com User