Gute Absatzchancen für EU-Schweinefleisch

Während die US-Fachleute im Oktober noch einen Rückgang der Exporte von Schweinefleisch aus der EU für das heurige Jahr (-11 % im Vergleich zum Vorjahr) prognostizierten, rechnen sie jetzt mit einem weitgehend unveränderten Exportvolumen.Die Absatzmöglichkeiten europäischer Schweinefleischanbieter im internationalen Geschäft haben sich verbessert.
Zu den Hauptabnehmern von Schweinefleisch aus der EU zählen Japan, Russland und China. Nach den neuesten Einschätzungen von amerikanischen Marktbeobachter steigt die globale Fleischnachfrage der bedeutenden Importländer an.
Zu den Hauptabnehmern von Schweinefleisch aus der EU zählen Japan, Russland und China. Nach den neuesten Einschätzungen von amerikanischen Marktbeobachter steigt die globale Fleischnachfrage der bedeutenden Importländer an.
Trotz der Schwäche des US-Dollars gegenüber dem Euro haben sich die Absatzmöglichkeiten europäischer Schweinefleischanbieter im internationalen Geschäft verbessert. Das amerikanische Landwirtschaftsministerium geht in seiner aktuellen Vorausschau zur Entwicklung der globalen Fleischmärkte davon aus, dass die Schweinefleischausfuhren der EU-27 gegenüber der Menge von 2010 stabil bleiben. Vermutlich werden somit wie im Vorjahr etwa 1,75 Millionen Tonnen Schweinefleisch aus der EU exportiert.

Südkorea: Drei Millionen Schweine wegen MKS getötet

Schweinefleischexporteure profitieren von der Entwicklung in Südkorea, wo die Tierhalter mit der Maul- und Klauenseuche (MKS) zu kämpfen haben. Seit Beginn des Seuchenzuges wurden dort gut drei Millionen Schweine getötet. Laut US-Agrarressort dürfte der Schweinebestand in Südkorea von fast 15,5 Millionen im Oktober auf nur mehr rund 11,1 Millionen Tiere gesunken sein. Die Regierung in Seoul hat ein Null-Zoll-Importkontingent für bestimmte Schweinefleischteile eröffnet, um die Verbraucher zu entlasten. Die US-Experten rechnen aufgrund der geringeren Inlandsproduktion mit einer Steigerung der Importe um 57 Prozent auf 600.000 Tonnen.

Japan und China benötigen nach derzeitigen Schätzungen mehr Fleisch

Auch die Schätzung für Chinas Schweinefleischeinfuhren wurde heraufgesetzt, und zwar um 40.000 auf 410.000 Tonnen; das wären 55.000 Tonnen mehr als 2010.

Zu den Importländern, die im laufenden Kalenderjahr mehr Schweinefleisch vom Weltmarkt beziehen dürften als zuvor erwartet, gehört außerdem Japan. Erdbeben und Tsunami haben auch Teile der japanischen Landwirtschaft sowie der vor- und nachgelagerten Branchen getroffen. Die US-Experten rechnen deshalb mit höheren Fleischimporten des Inselstaates. Die Prognose für die japanische Schweinefleischeinfuhr in diesem Jahr wurde von zuvor 1,16 Millionen Tonnen auf 1,21 Millionen Tonnen heraufgesetzt; das wären 20.000 Tonnen mehr als Nippon 2010 importierte.

Dürre lässt Russlands Importbedarf steigen

Leicht angehoben wurde darüber hinaus die Einfuhrvorhersage für Russland, der nach Japan zweitgrößte Importmarkt für Schweinefleisch. Die Washingtoner Fachleute veranschlagen die diesjährigen russischen Bezüge an Schweinefleisch aktuell auf 855.000 Tonnen, was dem Niveau von 2010 entsprechen würde. Das dürrebedingt knappe Futtermittelangebot und die sehr hohen Futtermittelpreise haben die zuvor in Russland für die Schweinehaltung gehegten Expansionspläne ins Wanken gebracht. Das US-Agrarministerium hat dies zum Anlass genommen, die Daten zum russischen Schweinefleischmarkt deutlich nach unten zu revidieren. So wurden die Produktions- und Verbrauchsangaben für die Jahre 2007 bis 2010 um 270.000 bis 360.000 Tonnen zurückgenommen. Für 2011 rechnen die Washingtoner Fachleute jetzt mit einem Schweinefleischbedarf Russlands von 2,76 Millionen Tonnen bei einer voraussichtlichen Inlandserzeugung von 1,91 Millionen Tonnen, verglichen mit 2,77 Millionen Tonnen beziehungsweise 1,92 Millionen Tonnen im vergangenen Jahr.

US-Landwirtschaftsministerium rechnet mit weltweitem Anstieg um sieben Prozent

Weltweit rechnet das US-Landwirtschaftsministerium jetzt mit einem Anstieg der Schweinefleischimporte um insgesamt gut 390.000 Tonnen oder fast sieben Prozent auf 6,15 Millionen Tonnen; im Oktober hatten die Experten für 2011 nur eine leichte Zunahme der Einfuhren auf knapp 5,81 Millionen Tonnen prognostiziert (Quelle: agrarheute.com).


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Aktualisiert am: 26.04.2011 21:54
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