Güllemanagement in Überschussgebieten: Neue Lösungsansätze

In vielen Regionen der Bundesrepublik Deutschland gibt es landwirtschaftliche Betriebe, bei denen mit Gülle, Mist und Trockenkot mehr Nährstoffe anfallen als zur Düngung der Betriebsflächen benötigt werden. Hier sind neue Lösungen gefragt.

Bei größeren Entfernungen zwischen Nährstoffüberschuss- und Nährstoffbedarfsbetrieben hat sich der Gülletransport mit Lkw’s gut bewährt. Im Nahbereich erfolgt der Transport mit üblichen Güllewagen.
Bei größeren Entfernungen zwischen Nährstoffüberschuss- und Nährstoffbedarfsbetrieben hat sich der Gülletransport mit Lkw’s gut bewährt. Im Nahbereich erfolgt der Transport mit üblichen Güllewagen.
Zur Lösung der Überschussproblematik werden schon seit vielen Jahren die unterschiedlichsten Verfahren erprobt. Dabei wird oftmals zu wenig beachtet, dass das einzig sinnvolle Einsatzgebiet für die überschüssigen Stickstoff- und Phosphatmengen im Bereich der Düngung von landwirtschaftlichen Nutzflächen liegt. Alle Versuche, auch nur einen Bruchteil dieser Mengen in Blumentöpfen oder Schrebergärten unterzubringen, sind bislang gescheitert. Auch wenn es durch entsprechende Aufbereitung zu einem gut akzeptierten Dünger kommen würde, wären die hier absetzbaren Mengen nur gering.
Wenig sinnvoll erscheint es auch, den in den organischen Düngern enthaltenen Stickstoff gasförmig in die Luft freizusetzen. Selbst wenn es gelingt, die in Gülle und Mist enthaltenen Stickstoffverbindungen ausschließlich in unschädlichen Luftstickstoff umzuwandeln, wäre dieser Weg nicht klimaneutral. Aufgrund des insgesamt hohen Stickstoffdüngebedarfs müsste dann wieder mehr Mineraldünger-Stickstoff eingesetzt werden. Der aber wird mit hohem Energieaufwand und starker CO2-Freisetzung aus Luftstickstoff hergestellt. Das Ziel beim Güllemanagement in Überschussgebieten muss es deshalb sein, die überschüssigen Stickstoff- und Phosphatmengen möglichst kostengünstig in die Bedarfsregionen zu transportieren.

Fazit
Alle technisch aufwändigen Verfahren zur Gülleaufbereitung haben sich bislang in Deutschland nicht durchsetzen können, weil sie zu teuer waren und/oder weil sie nicht störungsfrei funktionierten. Einzig der Transport von Gülle, Hühnertrockenkot und Putenmist hat sich in der Praxis bewährt, um die Nährstoffüberschusssituation in den Veredlungsgebieten zu lösen. Durch die starke Zunahme von Biogasanlagen bietet sich in Verbindung mit der Separation aber eine neue Chance, weil der energetische Wert der tierischen Ausscheidungen zur Abdeckung von Nährstoff-Transportkosten genutzt werden kann.

Autor: Dr. Hans-Heinrich Kowalewsky, Landwirtschaftskammer Niedersachsen


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Aktualisiert am: 10.12.2007 16:49

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