Gülle über die Bewässerungsanlage ausbringen

In Österreich und Süddeutschland wenig bekannt, in Südtirol gängige Praxis: Gülle über die Beregnungsanlage verteilen. Der LANDWIRT machte sich vor Ort ein Bild von dieser bodenschonenden und witterungsunabhängigen Ausbringungsweise.
Die Investition in eine Beregnungsanlage ist hoch. Wird jedoch zusätzlich verdünnte Gülle ausgebracht, werden Flurschäden und Unfälle im steilen Gelände vermindert. Fotos: Vetta
Die Investition in eine Beregnungsanlage ist hoch. Wird jedoch zusätzlich verdünnte Gülle ausgebracht, werden Flurschäden und Unfälle im steilen Gelände vermindert. Fotos: Vetta
Blauer Himmel, 32 ° C, die Sonne brennt vom Himmel und kein Blatt regt sich im Wind. „Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um die Gülle auszubringen“, sagt Isidor Pittscheider. Doch im Gegensatz zu vielen seiner Berufskollegen muss der Bergbauer dafür nicht sein Güllefass aus der Garage holen, auf Regen hoffen oder auf den steilen Flächen einen Unfall riskieren. Der Pustertaler schließt die Zapfwelle seines Traktors an die Pumpe an. Ratternd setzt sich diese in Bewegung und befördert die Gülle aus der Grube in die Bewässerungsleitung. Kurze Zeit später versprühen zehn Beregner verdünnte Gülle auf die frisch gemähte Fläche. Nun beregnet Pittscheider die gedüngten Flächen weitere 30 Minuten mit Wasser. Damit wird die Gülle von den Pflanzen abgewaschen und die Rohrleitungen werden gespült – die besten Maßnahmen für den nächsten Schnitt sind gesetzt.

Wasserentnahme streng geregelt
Die Gülle wird über eine Pumpe in die Bewässerungsanlage eingespeist. Für die Inbetriebnahme sind 5,5 PS notwendig.
Die Gülle wird über eine Pumpe in die Bewässerungsanlage eingespeist. Für die Inbetriebnahme sind 5,5 PS notwendig.
Die Südtiroler Landwirtschaft wird seit Jahrzehnten von Trockenheit geplagt. Viele Grünlandbauern haben darauf reagiert und Bewässerungsanlagen installiert. Insgesamt wird in Südtirol eine Fläche von 22.000 ha Grünland bewässert – Tendenz steigend. Die Bewässerungsanlagen haben fixe Rohrleitungen und Verteiler. Die stationären Pumpanlagen werden größtenteils über eigens errichtete Speicherbecken gespeist. In Rodeneck, der Heimatgemeinde von Isidor Pittscheider, steht ein rund 60.000 m³großes Speicherbecken. Genutzt wird das Becken von einer etwa 100 Mitglieder zählenden Genossenschaft. Dafür wird das Wasser von acht Quellen gefasst und mehr als 15 Kilometer weit bis nach Rodeneck geleitet. Mit dem gespeicherten Wasser werden etwa 200 ha beregnet. Die Kosten der Bewässerung hängen hauptsächlich davon ab, wie weit das Wasser transportiert und wo es gespeichert wird. Jeder Landwirt, der Wasser ableiten bzw. nutzen möchte, braucht eine wasserrechtliche Bewilligung (Wasserkonzession), die von der zuständigen Verwaltungsbehörde ausgestellt wird. Die Wasserkonzession ist zeitlich begrenzt und unterliegt der Bezahlung eines Wasserzinses. Wer ohne Konzession Wasser ableitet oder bestimmte Auflagen, wie z.B. Restwasser, nichteinhält, unterliegt einer Verwaltungsstrafe.

Gülle gelangt direkt zur Wurzel
Sind bereits Bewässerungsanlagen auf Grünlandflächen installiert, ist es naheliegend, den hofeigenen Flüssigdünger ebenfalls damit auszubringen. Pittscheider bringt seine Gülle seit fast 20 Jahren ausschließlich über die Beregnungsanlage aus.

Den gesamten Artikel lesen Sie im LANDWIRT Ausgabe 16/2017.
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Aktualisiert am: 07.08.2017 13:18

Bilder der Gülleausbringung

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