Gülle richtig ausbringen

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Im Frühling, wenn das Gras zu sprießen beginnt, ist vielfach die Geruchsnote der Gülle allgegenwärtig. Gesellschaftlich sorgt dieser Frühlingsduft der besonderen Art immer wieder für Diskussionsstoff. Die Geruchsentwicklung ist aber nur die eine Seite der Medaille.
Schwanenhalsverteiler werfen die Gülle weniger weit durch die Luft, wodurch die Zeit für gasförmige Emissionen verkürzt werden kann. Foto: Bio-Institut HBLFA Raumberg-Gumpenstein
Schwanenhalsverteiler werfen die Gülle weniger weit durch die Luft, wodurch die Zeit für gasförmige Emissionen verkürzt werden kann. Foto: Bio-Institut HBLFA Raumberg-Gumpenstein
Wie alle organischen Dünger ist auch die Gülle mikrobiell sehr aktiv. Dadurch kommt es in der Gülle zu unterschiedlichsten Ab- und Umbauprozessen, was einen wesentlichen Teil des typischen Geruches ausmacht. Zum Geruchs-Cocktail zählen neben dem Ammoniak, Schwefelwasserstoff, phenolische Verbindungen, organische Säuren und flüchtige Fettsäuren. Zu den nicht riechbaren, aber ebenso wie Ammoniak, klimarelevanten Gasen zählen Kohlendioxid und Methan. Die aus der Gülle entweichenden Geruchsstoffe sind Produkte des bakteriellen Ab- und Umbaus. Dieser läuft vorwiegend unter Sauerstoffabschluss ab und ist ein wichtiger Prozess in der Zerlegung und im Recycling der natürlichen Stoffe. Je nach Fütterung der Tiere und der Aktivität der Gülle im Lagerraum sowie der Lagerdauer werden mehr oder weniger dieser gasförmigen Abbauprodukte gebildet. Jede mechanische Bewegung führt dazu, dass die gelösten Gase in der Flüssigkeit leicht entweichen können und so die Geruchsstoffe frei werden.

Geruch bedeutet Nährstoffverlust

Für die landwirtschaftlichen Betriebe bedeutet der Güllegeruch in erster Linie einen Nährstoffverlust. Stickstoff ist hier besonders gefährdet, da er in Form von Ammoniak entweicht und so nicht mehr als Düngerstoff dem Bodenleben und den Pflanzen als Eiweißbaustein zur Verfügung steht. Gerade Bio-Betriebe können sich diesen Verlust nicht leisten, da die Tierbesätze meistens deutlich unter 2 GVE/ha liegen und somit Wirtschaftsdünger nicht im Überfluss vorhanden sind.

Hier geht es zum Bildbericht „Gülle als wertvoller Wirtschaftsdünger“.

Geruchsminimierende Maßnahmen bei der Lagerung und Ausbringung der Gülle sind:
  • Grundfutterbetonte Fütterung der Rinder
  • pH-Wert unter 7 und wenig Bewegung
  • 1:1 Verdünnung mit Regenwasser
  • bodennahe Ausbringung
  • großtropfige Ausbringung z.B. mittels Schwenkverteiler
  • bei leichtem Nieselregen ist Ausbringung über Prallteller genauso geruchsarm, wie bodennahe Ausbringung bei trockener Witterung

Mehr Details über die richtige Lagerung und Ausbringung von Gülle lesen Sie in LANDWIRT 11/2017.
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Gut mit Wasser verdünnte Gülle fließt rascher von den Pflanzen ab und dringt schneller in den Boden ein, wo die Stickstoffverbindungen vom Humus und den Tonmineralen gebunden werden. Foto: Bio-Institut HBLFA Raumberg-Gumpenstein
Gut mit Wasser verdünnte Gülle fließt rascher von den Pflanzen ab und dringt schneller in den Boden ein, wo die Stickstoffverbindungen vom Humus und den Tonmineralen gebunden werden. Foto: Bio-Institut HBLFA Raumberg-Gumpenstein
Bio und Gülle – passt das zusammen?

Der Einsatz von Gülle wird in der Biologischen Landwirtschaft seit jeher intensiv diskutiert. Diesem Thema widmet sich eine aktuell erschienene ÖAG-Info mit dem Titel „Gülle als wertvoller Wirtschaftsdünger im Bio-Grünland“. Darin wurde versucht bestehende Mythen zur Gülledüngung unter den Rahmenbedingungen der Biologischen Landwirtschaft im Grünland sachlich zu beleuchten und mit aktuellen Erkenntnissen zu diskutieren. Dabei werden unter anderem die Vorurteile von Gülleflora und Humuszehrung behandelt und Optimierungswege zum besseren Einsatz des Wirtschaftsdüngers Rindergülle am Bio-Betrieb aufgezeigt.

Bestellen Sie die ÖAG-Info „Gülle als wertvoller Wirtschaftsdünger im Bio-Grünland“ direkt auf der ÖAG-Homepage.

Aktualisiert am: 06.06.2017 14:24

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