Gülle mit neuer Technik effizient und umweltschonend nutzen

Durch eine neue Form der Ausbringung versuchen zwei Landwirte aus der Weststeiermark, die Nährstoffe in der Gülle bestmöglich zu nutzen. Ein dreijähriger Versuch zeigt, ob das gelingt.
Diese neue Technik der Gülleausbringung ist sehr vielversprechend.
Diese neue Technik der Gülleausbringung ist sehr vielversprechend.
Die Landwirte Anton Ertl und Josef Schöninger aus der Weststeiermark und die Landwirtschaftliche Umweltberatung Steiermark haben ver sucht mit der Entwicklung einer neuen Gülletechnik die Logistik zu optimieren und die Güllenährstoffe bestmöglich zu nutzen. Gleichzeitig standen Fragen des Umweltschutzes bei der Gülledüngung ebenfalls im Zentrum dieses Projektes. Der Reduktion von Stickstoffverlusten ins Grundwasser, in die Luft und in Oberflächengewässer kam dabei ebenso große Bedeutung zu, wie der Erhöhung der Schlagkraft und der Kostenreduktion bei der Ausbringung.

Vorteile der neuen Technik
Das System kombiniert eine Gülleverschlauchung mit einer sechs Meter breiten Ackerschleppe und zwölf schwenkbaren Injektoren. Diese Injektoren legen die Gülle in etwa 10 cm Bodentiefe mit 50 cm Abstand bandförmig ab. Eine nachfolgende Saatbettbereitung sollte dieses Nährstoffdepot nicht mehr zerstören. Folgende Vorteile ergeben sich aus dieser Technik:
- hohe Schlagkraft (ca. 100 m³/h)
- geringer Bodendruck bei der Ausbringung
- zwei Arbeitsgänge mit einer Überfahrt (Gülleausbringung, Abschleppen)
- minimale Geruchsbelastung und Ammoniakverluste durch Injektion der Gülle in den Boden und gleichzeitiges Abschleppen
- Gülle ist vor (oberflächiger) Abschwemmung geschützt

Maisversuche
In einem dreijährigen Versuch (2008–2010) wurde das neu entwickelte System bei Mais getestet. Hierbei wurde diese „neue“ Düngetechnik im Vergleich mit anderen Gülleausbringtechniken und Mineraldüngervarianten bezüglich Ertrag, Eiweißgehalt, N-Effizienz und Reststickstoffmengen im Boden betrachtet. Ein Entwicklungsziel des Gülleinjektors bestand darin, die gasförmigen Verluste möglichst gering zu halten. In den Varianten mit Gülle wurde die Gülle vor dem Anbau ausgebracht. Bei den reinen Mineraldüngervarianten wurden die Stickstoffdünger in geteilten Gaben verabreicht.

Positive Versuchsergebnisse
Im direkten Vergleich der Pralltellervariante – diese Form der Gülleausbringung ist nach wie vor in der Praxis sehr weit verbreitet – mit der neuen Injektortechnik konnten sehr eindrucksvolle Ergebnisse gemessen werden. Bei den Parametern Ertrag, Eiweißgehalt und N-Effizienz war die Injektortechnik der Ausbringung mittels Prallteller weit überlegen. Die dreijährigen mittleren Erträge lagen in der Düngungsstufe 170 kg N bei 12,5 bzw. 10,9 t/ha Trockenmais. Die Varianten „Schleppschuh 170“ und „Injektor 130 + VK gelb“ waren bei den Parametern Maisertrag und Eiweißgehalt mit der Variante „Injektor 170“ gleichwertig.

Autor: DI Johannes MASSWOHL, Landwirtschaftliche Umweltberatung Steiermark, Bad Radkersburg

Weitere Details zum Versuch und Ergebnisse können Sie in unserer Fachzeitschrift "Der fortschrittliche Landwirt" nachlesen. Probeheft bestellen.


Aktualisiert am: 08.03.2012 09:30
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