Gruppenhaltungssysteme für Sauen entwickeln sich weiter

Seit nunmehr einem halben Jahr ist die Gruppenhaltung tragender Sauen Gesetz. Landwirte und Firmen haben Erfahrungen zu den Aufstallungssystemen gesammelt. Nun heißt es, Verbesserungen vorzunehmen.
Erste Erfahrungen mit Gruppenhaltungssystemen für tragende Sauen liegen vor, jetzt muss gehandelt werden.
Erste Erfahrungen mit Gruppenhaltungssystemen für tragende Sauen liegen vor, jetzt muss gehandelt werden.
Das Thema Gruppenhaltung wird derzeit eher verhalten thematisiert, obwohl einige Probleme nach wie vor nicht gelöst sind. Die Systeme müssen sich weiterentwickeln, weil die Beobachtungen bei der Gruppenhaltung vor allem mit Blick auf die Tiergesundheit und die Möglichkeiten zum Management der Bestände nicht immer positiv sind. Die Aggressivität der Sauen wird mit der Hochleistung offensichtlich gesteigert und bedeutet Verletzungsgefahr vor allem für den Bewegungsapparat der zunehmend schwereren Tiere. Auseinandersetzungen kommen verstärkt bei der Gruppenzusammenstellung, aber auch bei der täglichen Futteraufnahme vor. Folglich haben sich zwei unterschiedliche Haltungssysteme herauskristallisiert, die die Tiere beim Fressen (Abrufstationen) oder zusätzlich auch beim Liegen (Fress-Liegeboxen) entsprechend abschirmen und deshalb häufig favorisiert werden.

Fress-Liegeboxen
Während die Abrufstationen mittlerweile als etablierte und funktionssichere Technik angesehen werden können, gibt es bei den technisch eigentlich einfacheren Fress-Liegeboxen immer noch Fragezeichen. Dabei geht es weniger um die Funktionalität der Fütterung (trocken oder flüssig) oder um die (nicht immer praxisgerecht) dimensionierten Kastenstände (65 bzw. 70 cm x 200 cm). Es geht vor allem um die Funktionssicherheit der Verschlusstüren. Der rückseitige Verschluss muss gewährleisten, dass die Sauen die Boxen freiwillig betreten und verlassen können und dabei vor allem vor nachdrängelnden Tieren geschützt sind. Die Erfahrung zeigt, dass diese Funktion notwendig ist, denn die Folgen von Angriffen sind umso größer, je weiter die ausweichende Sau abgeschirmt ist. Während sich die Sauen am Langtrog ohne Fressplatzteiler einfach in die Reihe fressender Tiere „reindrängeln“, versuchen sie die im Kastenstand fressende Buchtengefährtin eher „herauszubeißen“. Deshalb kann der rückseitige Verschluss nicht als Zusatzfunktion bezeichnet werden, worauf die Hersteller das Problem gern reduzieren.

Autor: Dr. Eckhard MEYER, LfULG, Lehr- und Versuchsgut Köllitsch (D)

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Die gesamte Serie können Sie ab der Ausgabe 13/2013 in der Fachzeitschrift "Der fortschrittliche Landwirt nachlesen.Gratis Probeheft bestellen.

Aktualisiert am: 01.07.2013 13:53
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