Gruppenhaltung von trächtigen Zuchtsauen

Die Entscheidung für das optimale Gruppenhaltungssystem fällt vielen Betriebsleitern schwer. Leistung, Kosten und Arbeit stehen im Mittelpunkt der Überlegungen.
Ständiger Zugang zu Beschäftigungsmaterialen vermindert bei der Abruffütterung Aggressionen.
Ständiger Zugang zu Beschäftigungsmaterialen vermindert bei der Abruffütterung Aggressionen.
Ab dem 1. Jänner 2013 müssen Sauen ab der fünften Woche nach dem Becken oder Besamen (= spätestens ab dem 29. Trächtigkeitstag) und bis zum siebten Tag vor dem voraussichtlichen Abferkeltermin in Gruppen gehalten werden. Bei kranken, ängstlichen oder aggressiven Sauen ist nur Einzelaufstallung erlaubt, wenn sich die Tiere in der Buch umdrehen können.

Tierschutz, Arbeits- und Betriebswirtschaft berücksichtigen
Die Gestaltung von Haltungssystemen erfolgt lange Zeit vornehmlich aufgrund ökonomischer, insbesondere arbeitsrationeller Gesichtspunkte. Heute gelten für den Bauern von Sauenställen folgende 3 Forderungen:
· Mehr Bewegungsraum für die Schweine,
· Bessere Strukturierung des Raumes,
· Herstellung stabiler Sozialverbände.
Damit aber nicht genug: Der wirtschaftliche Zwang zu weiteren Steigerungen der Produktionsleistungen führt in immer größer werdenden Beständen zu weitern Ansprüchen, denen eine Gruppenhaltung genügen muss:
· Optimale Investitionskosten und
· minimale Energie- und Arbeitskosten
· bei einer möglichst hohen Funktionssicherheit bzw. geringes Ausfallrisiko in Bezug auf die eingesetzte Technik und das Arbeitspersonal.

Die Auswahl eines geeigneten Fütterungsverfahrens ist relativ komplex, weil mit der Festlegung auf ein Fütterungsverfahren in der Regel auch weitgehend das Haltungsverfahren mitbestimmt ist. Als Entscheidungskriterium spielt neben der Neigung des Betriebsleiters für ein bestimmtes System auch die Berücksichtigung des Tierverhaltens – ganz besonders des Ernährungsverhaltens – eine zentrale Rolle. Fütterungssysteme, bei denen die Sauen gemeinsam in abgesperrten Fressständen das individuell zugeteilte Futter aufnehmen können, sind in der Wartesauenhaltung das Maß aller Dinge. Wer darauf verzichten möchte, kann sich nur über einen höheren Managementaufwand und entsprechende Ausgleichsmaßnahmen diesem Optimum nähren. Eine möglichst geringe Stressbelastung ist auf Dauer wesentliche Vorraussetzung für gesunde, immunstabile Sauenbestände mit hohen Leistungen.

Von DI Rudolf WIEDMANN, Bildungs- und Wissenszentrum Boxberg




Aktualisiert am: 24.07.2007 16:14
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