Gruppenhaltung von Sauen – was macht Europa?

Ab 1. Jänner 2013 müssen alle trächtigen Sauen in Europa in Gruppen gehalten werden. Dies stellt die Mitgliedsstaaten der EU vor unterschiedlich große Probleme. Hier ein Überblick!
Miguel Angel Higuera, ANPS, Spanien: Fristverlängerung notwendig

Aufgrund der angespannten wirtschaftlichen Situation der Branche erfolgt der Umstellungsprozess auf Gruppenhaltung trächtiger Sauen in Spanien sehr zögerlich. Derzeit werden in Spanien rund 40 % der trächtigen Sauen in Gruppen gehalten. Die Umstellung dieser Systeme erfolgte in den letzten Jahren vorrangig im Zuge von Neuinvestitionen oder Bestandserweiterungen, sodass es sich dabei großteils um überdurchschnittlich große Bestände handelt. Diese Betriebe repräsentieren daher nur ein Drittel der spanischen Schweineproduzenten. Zur Erfüllung der neuen Richtlinien sind signifikante finanzielle Aufwendungen notwendig, welche Schweinehalter nicht aufbringen können. Banken sind nicht daran interessiert, hohe Kredite für die Schweineproduktion zu gewähren. Daher ist eine Fristverlängerung notwendig.

Hans Aarestrup, Danske Svineproducenter, Dänemark: Ausweitung der Ferkelproduktion
In Dänemark befinden sich über 98 % der Sauen in Beständen mit über 100 Sauen. Von diesen Sauen beträgt der Anteil der trächtigen Sauen in Gruppenhaltung 68 Prozent. Zirka 59 % der Betriebe haben bereits komplett auf Gruppenhaltung umgestellt, 13 % teilweise und die übrigen 28 % noch nicht. Da alle Betriebe reichlich Zeit hatten, auf die Gruppenhaltung umzustellen, wird eine Verlängerung der Übergangsfrist von uns nicht unterstützt.

Robert Hoste, Forschungsinstitut für Agrarwirtschaft (LEI), Teil der Wageningen UR Gruppe, Niederlande: Gruppenhaltung an weitere Maßnahmen gekoppelt
Im Mai 2008 hatten in den Niederlanden 56 % der Betriebe mit 59 % der Sauen bereits auf Gruppenhaltung umgestellt. Bis 2013 werden wohl alle Betriebe auf Gruppenhaltung umgebaut haben. In den Niederlanden wird diese Investition mit Anpassungen im Bereich Umweltschutz (z.B. Ammoniakverringerung) gekoppelt. Diese Anpassungen müssen ebenfalls bis 2013 umgesetzt werden und entsprechen niederländischem Recht. Daher wäre für die niederländische Sauenhaltung eine Ausweitung der Frist nicht realistisch.

Die vollständigen Kommentare und weitere Expertenmeinungen lesen Sie in der Ausgabe 21/2010 von „Der Fortschrittliche Landwirt“.

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Aktualisiert am: 21.10.2010 13:44
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