Gruppenhaltung kostengünstig in Hütten

Eine kostengünstige Haltungsform für Zuchtsauen im Wartebereich ist die Hüttenhaltung. Ein Praxisbericht.
Familie Gruber ist mit der Hüttenhaltung sehr zufrieden.
Familie Gruber ist mit der Hüttenhaltung sehr zufrieden.
Peter und Irmgard Gruber aus Großlobming in der Weststeiermark halten bereits seit zehn Jahren ihre Wartesauen in Hütten. Auf dem Betrieb und einem Pachtstall standen bis zum Jahr 2000 ca. 170 Sauen. Als der Pachtstall, in dem die Wartesauen untergebracht waren, ab dem Jahr 2000 nicht sehr zur Verfügung stand, war guter Rat teuer. Ein neuer Wartestall am Betriebsstandort (westliche Ortsrandlage) kam aus Emissionsgründen nicht in Frage. Zusätzlich wären an allen potenziellen Aussiedlungsstandorten die Erschließungskosten für Strom unverhältnismäßig hoch gewesen. Außerdem hätte sich aufgrund der zu geringen Zahl an Warteplätzen am neuen Standort keine separate Güllelagerung in einem neuen Güllesilo gerechnet. Dieser Herausforderung hat sich Familie Gruber gestellt und für die Wartesauen eine Hüttenanlage an einem neuen Standort gebaut. Bei diesem Haltungsverfahren hat die Platzzahl nur einen geringen Einfluss auf die Baukosten je Platz und man braucht keinen Stromanschluss ans öffentliche Netz.

Der Liegebereich wird mit Windschutznetzen beschattet.
Der Liegebereich wird mit Windschutznetzen beschattet.
Besonderes Augenmerk verdient der Liegebereich. Er muss von der Grundfläche, dem Raumvolumen und der Wärmedämmung so gestaltet sein, dass die Eigenwärme der Sauen zur Temperierung und Sauberhaltung des Liegebereiches ausreicht. Der Laufbereich zwischen Liege- und Fressbereich wird in der Regel mit Betonspaltenboden ausgestattet. Ein ausreichendes und jederzeit zur Verfügung stehendes Beschäftigungsmaterial in Form von Stroh – besser Heu, Heu- oder Grassilage – stellt jedoch hohe Anforderungen an die Bewirtschaftung der Güllekanäle. Sonnenbrand muss bei Sauen sicher vermieden werden, da sonst mit Verferkelungen zu rechnen ist. Auf Beschattungsmaßnahmen kann deshalb nicht verzichtet werden. Eine Lösung ist die mobile Beschattung in den Frühjahrs- und Sommermonaten aus Windschutznetzen. Diese werden in einen Holzrahmen gespannt, der an einem Gummischarnier am Dach befestigt ist und in der sonnenarmen Zeit weggeschwenkt wird.

Unterbau und Hütten hat eine Baufirma erstellt, während die gebrauchten Fressstände in Eigenleistung montiert wurden. Das Dach der Hütten ist mit 60 mm-Sandwichpaneelen eingedeckt. Der Liegebereich ist hinten 1 Meter und vorne 1,70 Meter hoch. Die Außenwände der Hütten bestehen aus 24 cm-Liapor-Thermobeton (Wärmeleitfähigkeit 0,30 W/mK). Der Hüttenbereich ist alle acht Meter durch eine Wand aus Lärchenholz getrennt. Diese Wand ist nur einen Meter hoch, sodass die Liegebereiche einen gemeinsamen Luftraum haben. Die Belüf tung und Temperatureinstellung erfolgt im Frontbereich mit Handschiebern unter dem Vordach. Der Warteplatz konnte 2001 bei Grubers einschließlich Generator für 606 Euro an baren Ausgaben erstellt werden.

Weitere Informationen können Sie in der Ausgabe 14/2011 nachlesen.

Bilder und weitere Details können Sie auch dem Bildbericht entnehmen. Viel Spaß!

Autor: Rudolf Wiedmann

Weiters in der Ausgabe 14/2011:
  • Welcher Eber für die Sau? Tipps bei der Auswahl der passenden Genetik
  • Schweinemast: Proteinabsenkung: JA, aber wie weit?
  • Lohndumping in deutschen Schlachtbetrieben



Aktualisiert am: 07.07.2011 14:35
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