Gruppenhaltung erspart 10 Stunden

Ziel einer oberösterreichweit durchgeführten Arbeitszeiterhebung an 123 Arbeitkreisbetrieben war es, mögliche Zukunftsstrategien zur Verbesserung der arbeitswirtschaftlichen Situation der einzelnen Betriebe zu entwickeln.

Betriebe mit Gruppenabferkelung produzieren mit geringem Arbeitsaufwand beinahe ein Ferkel pro Zuchtsau und Jahr mehr.
Betriebe mit Gruppenabferkelung produzieren mit geringem Arbeitsaufwand beinahe ein Ferkel pro Zuchtsau und Jahr mehr.
Die Erhebungsbetriebe hielten im Mittel 74 Zuchtsauen, was deutlich über dem österreichischen Durchschnitt liegt. 59 % der teilnehmenden Ferkelproduzenten hatten im Ferkelaufzuchtsbereich, wo zirka die Hälfte der erforderlichen Futtermenge benötigt wurde, händisch gefüttert. Eine Mechanisierung der Fütterung der Ferkelaufzuchtsställe wäre meist mit geringem finanziellem Aufwand möglich und brächte neben der Arbeitserleichterung auch eine Reduktion der Fütterungszeit im Ferkelaufzuchtsbereich um zumindest ein Drittel.

Weitere Arbeitszeiteinsparungen sind beim Füttern durch Umstellung auf automatische Fütterungssysteme in allen Stallbereichen möglich.

Wesentlich größer war das Arbeitszeiteinsparungspotenzial im Bereich der Entmistung. Bei einem durchschnittlichen Erhebungsbetrieb mit Festmistsystem könnten bei Umstellung auf Flüssigmist bzw. vollmechanisierte Festmistsysteme rund 4 Akh pro Zuchtsau und Jahr eingespart werden.

Hinsichtlich der Produktionsrhythmen stellten der 3-Wochenrhythmus (47 %) und das kontinuierliche Produktionsverfahren (31 %) die wichtigsten Produktionssysteme dar, wobei die Erhebungsbetriebe mit 3-Wochenrhythmus im Mittel um 10 Zuchtsauen mehr gehalten haben.

Die Auswertung der Produktionsverfahren ergab, dass Betriebe mit Gruppenabferkelung im Mittel um ein Drittel (rund 10 Akh) weniger Arbeitszeit/Zuchtsau und Jahr benötigten als Betriebe ohne Gruppenabferkelung. Trotz des geringeren Arbeitszeitaufwandes war die Aufzuchtsleistung beim 3-Wochenrhythmus tendenziell um 4 % (+0,8 Ferkel/Zuchtsau und Jahr) höher. Der geringere Arbeitszeitaufwand lässt sich einerseits durch die größeren Bestände (+10 Zuchtsauen), den erhöhten Flüssigmistanteil und die vermehrte Verwendung von Fütterungstechnik erklären. Andererseits konnten durch gezielte Arbeitsschwerpunkte, wie etwa die Trächtigkeitsüberwachung im Deck- und Wartestall, das Besamungsmanagement und die Geburtsüberwachung sowie die Ferkelbetreuung im Abferkelbereich, Rüstzeiten minimiert werden.

Autor: Emil BLUMAUER, HBLuFA Francisco Josephinum, Wieselburg




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Aktualisiert am: 21.11.2005 14:22
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