Gruppenhaltung: Es gibt noch viel zu tun

Ende 2012 müssen alle Betriebe auf Gruppenhaltung umgestellt haben. Dies stellt große Anforderungen an die Haltungstechnik. Welche Probleme noch behoben werden müssen, wird in folgendem Beitrag erörtert.
Auf Spaltenboden haben unerfahrene oder sehr schwere Tiere Probleme mit der Standsicherheit, Klauenverletzungen können die Folge sein.
Auf Spaltenboden haben unerfahrene oder sehr schwere Tiere Probleme mit der Standsicherheit, Klauenverletzungen können die Folge sein.
Die Wartesauenhaltung nimmt eine besondere Stellung ein, weil die Sauen mehr als die Hälfte ihres ‚reproduktiven Lebens’ als tragende Sauen verbringen. Die Erfahrungen mit Gruppenhaltung, insbesondere mit den zunehmenden Sauenabgängen aufgrund von Fundamentverletzungen, zeigen, dass die Wartezeit weit mehr als eine „Parksituation“ für die Tiere darstellt. Die Grundlage für Beinschäden wird nachweislich in dieser Zeit gelegt. Auf der anderen Seite können funktionierende, stressarme Gruppenhaltungsverfahren nicht nur das Wohlbefinden, sondern auch die Gesundheit fördern. Diese Vorteile kommen vor allem um die Geburt herum (Geburtsverlauf, Totgeburten) zum Tragen.

Problem Umstellungsphase
Auswertungen aus ganz Deutschland kommen zu der Einschätzung, dass die Sauenabgänge bei Gruppenhaltung überwiegend aufgrund von Fundamentverletzungen um 3 % höher sind als bei der Kastenstandhaltung. In Sachsen gibt es vereinzelt Betriebe, die im Umstellungszeitraum mehr als 30 % ihrer Herde verloren haben. Besonders gefährdet sind dominante, schwere und stark untergeordnete Tiere auf neuem und vor allem auf schlecht verlegtem Spaltenboden.
Die vorgesehenen Schlitzweiten sollten auf die Jungsauen eingestellt werden (17 mm). Es ist sinnvoll, diese in separaten Gruppen zu führen. Kanalwände müssen exakt gegossen werden, damit der Spaltenboden an den Stößen keine Kanten bildet. Das Nacharbeiten der Schlitze mit einem Rohr reicht nicht aus. Erfolgt die Abnahme der Kante schräg, so werden Klauenverletzungen nachweislich reduziert (-50% in Praxiserhebungen). Als Alternative bietet es sich an, einen um ca. 25 % teureren Spaltenboden zu verlegen, der nach einem anderen Verfahren hergestellt ist und abgerundete Kanten hat. Leider wird dieser bislang nur in Dänemark hergestellt, während deutsche Hersteller das Problem nach wie vor eher ignorieren.

Autor: Dr. Eckhard MEYER, Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie, Lehr- und Versuchsgut Köllitsch (D)


Aktualisiert am: 24.04.2009 10:35
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