Grundfutterqualität: 30 Euro pro Kuh sind drinnen

Was tun bei steigenden Kraftfutterpreisen? DI Karl Wurm, Fütterungsberater der LK Steiermark und Ing. Alfred Fischer-Colbrie, Arbeitskreisleiter Milchproduktion empfehlen den Kraftfuttereinsatz zu optimieren und die Grundfutterqualität zu erhöhen.
Die Qualität einer Silage hängt nicht nur von den Inhaltsstoffen ab: Unterschiede in Farbe und Geruch lassen sich nur bei genauem hinschauen und riechen ausmachen.
Die Qualität einer Silage hängt nicht nur von den Inhaltsstoffen ab: Unterschiede in Farbe und Geruch lassen sich nur bei genauem hinschauen und riechen ausmachen.
In Ausgabe 15 / 2007 berichteten wir über die richtige Entnahme von Silageproben. Nun liegen die Ergebnisse der Futtermitteluntersuchung vor: Die Mitglieder des Arbeitskreises Milchproduktion in Hartberg trafen sich aus diesem Grund am Milchviehbetrieb von Familie Maria und Joseph Prinz in Pöllau und nahmen wichtige Erkenntnisse für die tägliche Fütterungspraxis mit nach Hause.

Getreidepreise bleiben hoch
DI Karl Wurm klärte die anwesenden Landwirte über die aktuelle Preisentwicklung am Getreide- und Kraftfuttersektor auf: „Derzeit sind die Getreidepreise weltweit im Hoch und werden auch im Winter auf hohem Niveau bleiben.“ Der Fütterungsexperte plädiert deshalb für einen überlegten und effizienten Kraftfuttereinsatz. Immerhin ergeben seine Berechnungen, dass die gestiegenen Getreidepreise jedes Kilogramm Milch mit 3 Cent zusätzlichen Kosten belasten, wenn ein Betrieb mit hohen Leistungen und ohne eigenen Getreideanbau produziert. Zusätzlich ist noch mit einem Preisanstieg der Nebenprodukte wie zB Laktationsstarter zu rechnen.

30 Euro einsparen
Karl Wurm rät den Milchviehhaltern als erstes die Leistungsfähigkeit des Grundfutters voll auszunutzen. Die Grundfutterqualität spielt in diesem Zusammenhang naturgemäß eine große Rolle, lässt sich doch durch sie die Grundfutteraufnahme deutlich erhöhen. Besonderes Augenmerk sollte der Landwirt auf die Aufnahme von Grundfutter nach der Abkalbung legen, da sich dadurch Azidosen vermeiden lassen.
Der Milchviehhalter kann allein durch eine um 0,5 kg höhere Grundfutteraufnahme während der Laktation rund 30 Euro an Kraftfutterkosten einsparen.

Autor: Sebastian SEMLITSCH, Graz


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Aktualisiert am: 08.11.2007 09:54

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