Grünland: Strategien für Trockenperioden

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Die Wetterkapriolen der vergangenen Jahre veranlassen viele Landwirte, ihre Grünlandbewirtschaftung zu überdenken. Hier erfahren Sie, wie das Grünland besser durch Trockenperioden kommt.
Die Luzerne wurzelt sehr tief und kann damit auch in langen Trockenperioden das Wasser heraufholen. (Bild: Orest lyzhechka / shutterstock.com)
Die Luzerne wurzelt sehr tief und kann damit auch in langen Trockenperioden das Wasser heraufholen. (Bild: Orest lyzhechka / shutterstock.com)
Betriebe mit knapper Flächenausstattung sind bei Wetterkapriolen gefährdet. Sie können kaum nennenswerte Reserven anlegen. In normal wüchsigen Jahren mit ausreichend Niederschlägen kommen sie problemlos über die Runden. Bei ausbleibendem Regen (ohne ausgeprägte Dürre und Hitze) und Schnittzeitpunktverzögerung im Frühjahr durch späte Temperatureinbrüche, ist in flächenknappen Betrieben die Futterversorgungssicherheit meist rasch in Frage gestellt. Peter Frühwirth, Grünlandreferat der LK Oberösterreich gibt Tipps, wie sich diese Betriebe auf Dürreperioden einstellen können: Mittelfristig sind ernsthafte Überlegungen notwendig, den Viehbesatz so an die vorhandenen Flächen anzupassen, dass in normalen Jahren (nicht nur in sehr guten Jahren!) Futterreserven angelegt werden können und Trockenperioden mit einer gewissen Gelassenheit gesehen werden können. Man kann das auch andersrum sehen: Futterflächen zupachten, sofern sie zu einem vernünftigen Preis und in logistisch sinnvoller Lage zu haben sind.

Erträge aus Grünland steigern
Darüber hinaus kann die Produktivität, also Erträge und Qualitäten, der vorhandenen Grünlandflächen verbessert werden. Also: 1. Gemeine Rispe raus und Futtergräser rein (Sanierung, Nachsaat) und 2. Nährstoffversorgung optimieren. In der Optimierung der Grünlandbestände liegt ein großes Potential. Wer das Maßnahmenpaket - Sanierung, periodische Nachsaat, Nährstoffversorgung - konsequent umsetzt, der schafft es, den Ertrag nachhaltig zu verbessern.

Luzerne hält Trockenperioden aus
Luzerne als Leguminose im Feldfutterbau trotzt trockenen Perioden. Unser Kleegrasanbau hat fast ausschließlich Rot- und Weißklee als Leguminosen. Die Luzerne ist momentan noch vergleichsweise als Exote einzustufen. Aber völlig zu unrecht. Die Luzerne geht mit ihren Wurzeln bereits im Anlagejahr sehr tief hinunter und kann sich damit auch in langen Trockenperioden das Wasser heraufholen. Ideal sind Mischungen mit Gräsern, also z.B. das Luzernegras. Oder auch eine Luzerne-Rotkleegras-Mischung. Luzerne ist ein Eiweiß-Struktur-Lieferant. Ideal in Kombination mit Silomais und energiereichem Grünlandfutter. Gerade Betriebe mit leichten, durchlässigen Böden, die womöglich auch noch in Regionen mit oftmals weniger Niederschlägen liegen, sollten sich in ihrem Feldfutterbau ernsthaft mit Luzernegras bzw. mit dem Luzerne-Rotkleegras beschäftigen. Für Einsaat in Dauergrünland ist Luzerne nicht geeignet. Zusätzlich zur produktionstechnischen Ausrichtung rundet die ab 2018 optimierte Dürreindex-Versicherung die Maßnahmen ab, indem sie die Folgen extremer Trockenperioden abpuffert.

Aktualisiert am: 27.12.2017 22:16
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