Grünland: Fit in das Frühjahr

Nach dem Winter zeigt ein Beobachtungsgang über die Wiesen und Weiden Schäden wie Schneeschimmel, Wühlmäuse oder Maulwurfshügel und mögliche Lücken in den Beständen. Hier erfahren Sie basierend auf Anfragen aus der Praxis, was an Pflege und Nachsaat im Frühjahr zu leisten ist.
Beim Spitzen der Gräser soll leichtlöslicher Stickstoff (Gülle/Jauche) im feinen Schleier ausgebracht und danach mit einem Striegel die Bestockung der Gräser gefördert werden. Eine dichte Grasnarbe ist der beste Schutz vor Verunkrautung.
Beim Spitzen der Gräser soll leichtlöslicher Stickstoff (Gülle/Jauche) im feinen Schleier ausgebracht und danach mit einem Striegel die Bestockung der Gräser gefördert werden. Eine dichte Grasnarbe ist der beste Schutz vor Verunkrautung.
Eine dichte und kompakte Grasnarbe bildet das Fundament für einen stabilen Pflanzenbestand und für saubere Erntebedingungen. Untergräser, wie die Wiesenrispe auf nährstoffreicheren Böden und Rotschwingel und Straußgras auf eher mageren Böden, sollen den wesentlichen Teil der Grasnarbe bilden. In milden Übergangslagen kann auch das Englische Raygras mithelfen, die Grasnarbe zu verdichten. Auch Mittel- und Obergräser können mit ihren Horsten und Stängeln dazu einen Beitrag leisten wie etwa der Weißklee und einige niedrige Kräuter. Entscheidend für eine dichte Grasnarbe ist ein Anteil von 20 bis 30% Untergräser. In der Weide, wo die Nutzung öfter erfolgt als auf der Wiese, können sich Untergräser wesentlich besser entwickeln, als in einer spät gemähten Wiese. Auch mit der Nutzungshäufigkeit kann die Grasnarbe verbessert werden.

Gülleausbringung beim „Spitzen“
Die beste Möglichkeit, die vorhandene Grasnarbe zu stärken, finden wir im Frühjahr vor. Beginnen die Gräser zu „spitzen“ – schieben sie in den Blättern grün an – dann sollte eine verdünnte Gülle oder Jauche (10 bis 15 m³/ha) den nötigen Stickstoff für die Gräser bringen. Die Gräser brauchen gerade im Frühjahr leichtlösliche Nährstoffe, da sie selber keine Reservestoffe in den Wurzeln haben und auch die Mineralisation zu wenig Nährstoffe zur Verfügung stellt. Die Kräuter mit ihren fetten Wurzeln können die Blätter früher schieben. Will man in dieser Phase ein Gleichgewicht zwischen Kräuter und Gräsern erreichen, so wäre eine Vorweide eine geeignete Maßnahme.

In Bestockungsphase striegeln
Steht für die Gräser beim Spitzen genügend leichtlöslicher Stickstoff zur Verfügung, so wäre es äußerst wichtig, den Boden nach der Düngung (2 bis 5 Tage danach) in der beginnenden Bestockungsphase der Gräser mit einem Striegel, kombiniert mit einem Reibblech zu bearbeiten. Dadurch kann die Bestockung der Gräser angeregt werden. Ist das Wetter danach noch kühl und feucht, dann können die Gräser in die Breite wachsen. Die Grasnarbe wächst dadurch dicht zusammen und schließt Lücken. Sind die Lücken zu groß (mehr als 10% handtellergroße Löcher), so soll bei diesem Striegelarbeitsgang auch eine Übersaat mit einer geeigneten ÖAG-Nachsaatmischung erfolgen. Während der Vegetationsperiode nach den Schnitten kann die bestehende Grasnarbe nur erhalten werden, eine zusätzliche Bestockung wie im Frühjahr ist dann nicht mehr zu erwarten. Im Herbst kann die Grasnarbe durch eine Nachweide und rechtzeitige Düngung besonders schön in den Winter geschickt werden, damit sie im Frühjahr stark herauskommt.

Autor: Univ.Doz. Dr. Karl Buchgraber, LFZ Raumberg-Gumpenstein


Autor:
Aktualisiert am: 20.03.2009 09:35

Landwirt.com Händler Landwirt.com User