Grünland: Der Boden als Grundlage der biologischen Bewirtschaftung

Das System Boden-Pflanze bildet die Grundlage allen Lebens an Land. Aus diesem Grund müssen wir dem Boden vor allem in der Landwirtschaft ein großes Maß an Aufmerksamkeit und Pflege widmen.
Ein reichliches Vorhandensein von Maulwurfshügeln zeugt von einem biologisch aktiven Boden.
Ein reichliches Vorhandensein von Maulwurfshügeln zeugt von einem biologisch aktiven Boden.
Regeln beim Umgang mit dem Grünlandboden:
Bei jeder Bearbeitung muss die Tragfähigkeit des Bodens gewährleistet sein. Ist der Boden beispielsweise zu nass, führen der Traktor und die angebaute Maschine zu Bodenverdichtungen und Verletzungen der Grasnarbe.
Breite Reifen sind besser als schmale, da sie den Druck besser verteilen und punktuell der Druck geringer ist.
Wenn der Boden zu nass ist, dürfen die Tiere nicht auf die Weide, da sie ansonsten zu große Trittschäden verursachen, die zu Verdichtungen und Grasnarbenverletzungen führen. Der Boden ist dann zu nass, wenn beim Gehen auf der Weide oder Wiese das Wasser aus dem Boden herausquillt.
Organische Düngermittel sind idealerweise aufzubereiten, damit so eine gute Nahrung für die Bodenorganismen bereitgestellt wird.
Bei Gülledüngung empfiehlt es sich diese zu verdünnen (mindestens im Verhältnis 1:1) und in kleinen und dafür mehreren Teilgaben auszubringen, da so die Pflanzen und Bodenlebewesen nicht extrem in Mitleidenschaft gezogen werden.
Mineralische Ergänzungsdüngungen (vor allem Phosphor und Kalium) sollten nur in Ausnahmefällen getätigt werden und nicht die Regel sein. Optimal wäre es mit Mistkompost zu düngen, da so langfristig und nachhaltig die Nährstoffe im Boden auf ein optimales Niveau gebracht werden.
Bevor in einer Nährstoffmangelsituation an eine mineralische Ergänzungsdüngung gedacht wird, sollte überdacht werden, woher dieser Mangel rühren könnte. Beispielsweise könnte eine Veränderung in der Behandlung und Ausbringung des Wirtschaftsdüngers die Ursache hierfür sein. Phosphor und Kalium werden in Lagerstätten abgebaut, die nur einen begrenzten Vorrat aufweisen. Solch ein Abbau ist gleich wie der von Torf (Zerstörung von Mooren) nicht mit dem nachhaltigen Handeln der Biologischen Landwirtschaft vereinbar.
Eine Kalkung des Wiesenbestandes sollte nur dann vorgenommen werden, wenn die pH Werte deutlich unter dem Optimum liegen. Es sollte nicht vergessen werden, dass ein optimaler pH-Wert mitverantwortlich für die Nährstoffverhältnisse und Aggregatstabilität im Boden ist.
Wichtig für einen gesunden Boden ist auch die Beibehaltung bzw. die Nachsaat mit standortangepassten Wiesenpflanzen. Dies führt in weiterer Folge auch zu einer dem Standort entsprechenden Nutzung.
Beim Mähen von Wiesen ist eine Mindestschnitthöhe von mindestens 7 cm einzuhalten und die Maschinen für die Heuwerbung bzw. Silagebereitung dürfen nicht auf der Bodenoberfläche kratzen.

Fazit
Dem Boden wird in der Biologischen Landwirtschaft eine sehr wichtige Bedeutung und Beachtung geschenkt. Ein gesunder Boden bedarf ausreichender Pflege und verlangt einen schonenden Umgang. Das System Boden-Pflanze wird in der Biologischen Landwirtschaft als untrennbare Einheit betrachtet und spielt somit gerade in der Grünlandwirtschaft eine große Bedeutung. Bei der Düngung gilt zu beachten, dass nicht die Pflanzen mit den Wirtschaftsdüngern versorgt werden, sondern die Mikrobenwelt im Boden. Diese benötigen einen gut aufbereiteten Dünger als Nahrung und liefern durch Um- und Abbauprozesse den Pflanzenwurzeln gute Nährstoffe. Somit ist die Basis für qualitativ hochwertige Biologische Lebensmittel gegeben.

Autor: DI Walter STARZ (Bio-Institut der HBLFA Raumberg-Gumpenstein)


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Aktualisiert am: 11.09.2007 16:13
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