Grünland - Tipps im Herbst

Um im Frühjahr mit einer dichten und gesunden Grasnarbe zu starten, gilt es, das Grünland im Herbst richtig auf den Winter vorzubereiten.
Der letzte Aufwuchs wird gerne als Nachweide genutzt.
Der letzte Aufwuchs wird gerne als Nachweide genutzt.
Die Herbstdüngung sollte nicht zu früh erfolgen, da sonst der Nachtrieb zu hoch aufwächst. Sie darf aber auch nicht zu spät erfolgen, damit die leichtlöslichen Nährstoffe, insbesondere der Ammoniumstickstoff, noch in der Pflanzenbiomasse aufgenommen werden. In jeder Höhenstufe sollten nach der Ausbringung noch 14 Tage für die Nährstoffaufnahme und für das Überwachsen insbesondere von Mist durch die Grasnarbe Zeit bleiben. Die gesetzliche Letztausbringung im Herbst ist bei „Festmiste und Komposte“ mit 31. November, die für Gülle und Jauchen mit 15. November auf Gründecken insbesondere Grünland im Aktionsprogramm festgelegt.
Die Gülle bzw. Jauche braucht bei der Herbstausbringung nicht mit Wasser verdünnt zu werden. Die Ausbringungsmenge sollte bei gleichmäßiger Verteilung 10 bis 15 m³/ha nicht übersteigen. Bei Stallmist liegt die Einsatzmenge auf Wiesen bei 20 t/ha. Bei reifem Kompost oder fertigem Rottemist sollten 10 bis 15 t/ha auf Wiesen und Weiden nicht überschritten werden.

Nachweide
Die vom Boden nachgelieferten Nährstoffe und wüchsige Wetterlagen veranlassen immer wieder mehr Landwirte, den letzten Aufwuchs im Jahr als Nachweide anzubieten. Bei guten Bedingungen sind die Futtererträge (zwischen 200 und 1500 kg Trockenmasse (TM)/ha und Futterqualitäten extrem interessant. Rohproteinwerte von 150 bis 230 g/kg TM bei Energiewerten von 5,1 bis 6,4 MJ NEL/kg TM sind echte Leckerbissen für die Weidetiere. Oft ist vor allem bei nassem Wetter die Rohfaser mit 160 bis 200 g/kg TM etwas niedrig – da sollte grobes Heu zur Strukturierung der jungen Weideration angeboten werden.

Wuchshöhe vor dem Winter
Das Futter sollte in einer Höhe von 7 cm in den Winter gehen. Bleibt es länger, so wird bei schneereichem Winter der Schneeschimmel die niedergedrückten Pflanzen „auffressen“. Nach der Schneeschmelze sind diese Pflanzen braun und abgestorben, vor allem die Raygräser sind davon massiv betroffen. Deswegen sollten die Pflanzenbestände bei 5 cm gemäht oder bei 3 m beweidet werden, um später noch auf 7 cm anzugrünen.

Von Univ.-Doz. Dr. Karl BUCHGRABER, LFZ Raumberg-Gumpenstein


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Aktualisiert am: 05.10.2009 16:41
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