Grüne Woche: Experten diskutieren Welternährung

Der Agrarministergipfel, das Internationale GFFA-Podium und das Wirtschaftspodium bildeten den Höhepunkt der weltweit einzigartigen Veranstaltung, bei der sich internationale Experten einmal im Jahr in Berlin treffen, um über zentrale Zukunftsfragen der globalen Land- und Ernährungswirtschaft zu diskutieren.
Beim Internationalen Agrarministergipfel, den Ressortchefin Ilse Aigner vor fünf Jahren ins Leben gerufen hatte, bekannten sich Minister aus rund 80 Staaten zu einer konsequenten Bekämpfung des Welthungers.
Beim Internationalen Agrarministergipfel, den Ressortchefin Ilse Aigner vor fünf Jahren ins Leben gerufen hatte, bekannten sich Minister aus rund 80 Staaten zu einer konsequenten Bekämpfung des Welthungers.
Beim Internationalen Agrarministergipfel, den Ressortchefin Ilse Aigner vor fünf Jahren ins Leben gerufen hatte, bekannten sich Minister aus rund 80 Staaten zu einer konsequenten Bekämpfung des Welthungers. Stellvertretend für die rund 5 Mrd. Einwohner in diesen Ländern und damit 70% der Weltbevölkerung forderten die Minister in ihrem Abschlusskommuniqué, die Investitionen in die Land- und Ernährungswirtschaft maßgeblich zu steigern und dabei wichtige Kriterien wie den Klima- und Umweltschutz sowie die Einhaltung von Menschenrechten und sozialen Standards zu berücksichtigen.



Landwirtschaft ist Schlüssel zur Lösung des Problems
"Hunger herrscht vor allem in ländlichen Regionen. Deswegen müssen wir bei der Landwirtschaft ansetzen - sie ist der Schlüssel zur Lösung des Problems ", betonte Aigner. Kleinbauern, Frauen und lokale Gemeinschaften seien die tragenden Säulen für die Agrarerzeugung in den ländlichen Räumen der Entwicklungsländer. Daher müssten sie in den Mittelpunkt der Strategie zur Steigerung von verantwortungsvollen Investitionen gerückt werden. "Das Menschenrecht auf Nahrung darf nicht nur auf dem Papier stehen ", so die Ministerin bei der Übergabe des Abschlusskommuniqués an den Vorsitzenden des Welternährungsausschusses der UNO, Yaya Olaniran. Aigner forderte die Staatengemeinschaft, den Privatsektor und die Zivilgesellschaft auf, sich aktiv an der Erarbeitung von freiwilligen Prinzipien für verantwortungsvolle Agrarinvestitionen im Rahmen des UN-Ausschusses zu beteiligen.

"Für uns bedeuten verantwortungsvolle Investitionen, dass 10% der Flächen für den Anbau von Nahrungsmitteln genutzt werden müssen ", erklärte Mosambiks Landwirtschaftsminister José Condungua Pacheco. Land ist in Mosambik Staatseigentum, die Nutzung erfolgt über Konzessionen. Zurzeit werden nur etwas mehr als 15% der Flächen dauerhaft kultiviert, weswegen ausländische Investoren sehr erwünscht sind. 90% der Nahrungsmittel werden von Kleinbauern erzeugt. Diese wolle man stärken, damit sie intelligente Partnerschaften mit den Investoren eingehen können und so die Ernährungssicherung im Land verbessern, erläuterte Pacheco.

Die größten Investoren im Agrarsektor sind Landwirte selbst
"Um den Hunger zu bekämpfen, muss die Agrarproduktion dort gefördert werden, wo der Bedarf ist, also in den Ländern des Südens ", sagte EU-Agrarkommissar Dacian Ciolos. Er erinnerte daran, "dass die größten Investoren im Agrarsektor die Landwirte selbst sind ". Banken hätten aber die Aufgabe, sie hierbei zu begleiten. Die entscheidende Verantwortung liege jedoch bei den lokalen Regierungen, etwa indem sie die Landwirte dabei unterstützen, sich zusammenzuschließen und so ihre Verhandlungsmacht zu stärken, unterstrich Ciolos.

Aktualisiert am: 21.01.2013 22:13
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