Großer Brauner Rüsselkäfer

Der Große Braune Rüsselkäfer ist der gefährlichste Schädling in Forstkulturen. Sein verstärktes Auftreten verursacht zunehmend schwere Schäden und führt damit zu erhöhtem Aufwand für die Forstbetriebe durch notwendige Bekämpfungs- und Nachbesserungsarbeiten.

Der Rüsselkäfer kann sich sowohl fliegend als auch laufend verbreiten.
Der Rüsselkäfer kann sich sowohl fliegend als auch laufend verbreiten.
Der Einsatz von insektenpathogene Nematoden (Fadenwürmer) als biologisches Mittel gegen den Großen Braunen Rüsselkäfer scheint zwar viel versprechend, alle bisherigen Versuche, die Nematoden im Boden um die Wurzelstöcke zu etablieren, schlugen bisher aber fehl.

Vor einigen Jahren wurde am Bundesforschungs- und Ausbildungszentrum für Wald, Naturgefahren und Landschaft (BFW) ein in der Landwirtschaft bereits verwendetes Wachs/Pflanzenöl-Präparat als Formulierungshilfsmittel in Kombination mit einem Insektizid getestet. Während das Mittel allein keine abschreckende Wirkung zeigte und genauso starke Fraßschäden aufwies wie bei der Null-Kontrolle, waren die Ergebnisse der kombinierten Anwendung durchaus ermutigend. Dieses Anwendungsgebiet wurde allerdings für das Produkt seitens der Herstellerfirma nicht weiter verfolgt.

Ein neues, ökologisches Pflanzenshilfsmittel (Hylobex) ist seit ein paar Jahren auf dem Markt, das in ersten Versuchen gute Erfolge erzielte. Dieses Mittel wird auf die Stämmchen der bereits gesetzten Pflanzen gespritzt und bildet dort einen fest anhaftenden Belag, der den Rüsselkäfer vom Fraß abhalten soll.

Noch nicht getestet sind zwei weitere Alternativen zu den herkömmlichen Maßnahmen. Als technischer Schutz sind so genannte Schutzkrägen gedacht, die um den Wurzelanlauf gestülpt werden und aufgrund ihrer Konstruktion Schäden verhindern sollen. Biotechnischer Natur sind Stäbchen, die mit einem Repellent gefüllt sind. Diese werden direkt neben die zu schützende Pflanze in den Boden gesteckt und soll aufgrund des für den Käfer unangenehmen Geruchs einen Fraß verhindern.

Links:

Merkblatt "Großer Brauner Rüsselkäfer" http://bfw.ac.at/400/2320.html
Forstliches Pflanzenschutzmittelverzeichnis 2005 – Österreich http://bfw.ac.at/rz/bfwcms.web?dok=4461
Online-Schadensdiagnosesystem des BFW http://bfw.ac.at/400/2063.html



Autor: Dipl.-Ing. Bernhard PERNY, Institut für Waldschutz, Bundesforschungs- und Ausbildungszentrum für Wald, Naturgefahren und Landschaft, Wien.


Aktualisiert am: 07.06.2006 18:31
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